Kommentar zur Attacke auf Magnitz: Störende Fakten

Kommentar zur Attacke auf Magnitz : Störende Fakten

Der Umgang mit dem Vorfall von Bremen, bei dem der Bundestagsbageordnete Frank Magnitz niedergeschlagen wurde, zeigt erneut, dass es die AfD mit Fakten nicht so genau nimmt.

Politiker aller Parteien, Aktivisten und Journalisten haben am Dienstag in seltener Einigkeit ein klares Signal gesendet: Der Angriff auf den AfD-Abgeordneten Frank Magnitz war ein Angriff auf die Demokratie. Nahezu jeder, der mehr Verstand hat als ein Kantholz, hat die Attacke scharf verurteilt. Die AfD und ihre Anhänger müssen sich kollektiv Augen und Ohren zugehalten haben, wenn sie behaupten, die Anteilnahme sei nicht groß gewesen.

Aber dies zu erwähnen ist natürlich müßig, denn: Was zählen noch Fakten? Es passt nicht in die Story der Partei, die sich immer und ständig in ihrer Opferrolle suhlt. Demnach war der Angriff in Bremen klar ein „Mordanschlag“ (Tatwaffe: Kantholz!), begangen von Linksradikalen, aufgestachelt von der „rot-grünen Hetze“. Die Polizei sagt: Keine Mordabsicht, kein Schlagwerkzeug. Die Täter sind noch nicht identifiziert – aber was zählen schon Fakten? Das angebliche Bekennerschreiben einer linken Gruppe, das kurzzeitig im Internet auftauchte, wirkt unglaubwürdig – aber was zählen schon Fakten?

Fakt ist: Die AfD schlachtet die Attacke auf obszöne Weise aus. Ja, die Partei wird im politischen Diskurs hart und teilweise unfair angegriffen. Aber es sind doch vor allem die AfD und ihre Echokammern selbst, die die Debatte vergiften und die Eskalation bewusst und nach Kräften befeuern.

Nach dieser Logik wird es am Ende auch zweitrangig sein, was genau in Bremen geschah. Die Eskalationsspirale hat sich weitergedreht, der Ton ist noch schärfer geworden, die AfD fühlt sich in ihrer Opferrolle bestätigt. Da könnten Fakten nur stören.

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