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Kommentar zur Erpressung der Deutschen Post: Neue Qualität

Kommentar zur Erpressung der Deutschen Post : Neue Qualität

Es bleiben Spuren zurück, wenn Bomben verschickt werden. Denn die Wege der Pakete und der Bauteile lassen sich rekonstruieren. Das macht Hoffnung auch für diesen Fall, kommentiert Helge Matthiesen.

Was die Deutsche Post/DHL derzeit erlebt, ist eine neue Form der Kriminalität. Was die Täter versuchen, markiert eine neue Qualität an Bosheit, die Sorge machen muss. Sprengpakete gespickt mit Nägeln zu verschicken, ist von den Untaten islamistischer Terroristen inspiriert und folgt ihrer menschenverachtenden Logik.

Wenn die Bombe funktionstüchtig ist und explodiert, werden viele Menschen getroffen. Gleichsam jeder kann zum Opfer werden, wenn er zufällig in der Nähe unterwegs ist. Der größtmögliche Schaden ist das Ziel. Paketbomben richten sich nicht gegen ihre Empfänger, sondern gegen den Überbringer, der erpresst werden soll.

Sie richten sich ganz direkt gegen die Mitarbeiter von Post/DHL, die gerade zurzeit einen besonders schweren Job zu erledigen haben. Das Weihnachtsgeschäft mit seinen Hunderttausenden Paketen bietet den Kriminellen gute Tarnung und erhöht den Druck auf Fahnder und erpresstes Unternehmen. Übler und perfider geht es kaum.

Verlässlichen Schutz vor solchen Anschlägen gibt es nicht. Auch wenn den Tätern der religiös-ideologische Hintergrund vermutlich fehlt, sind das Anschläge auf die Lebensweise unserer Gesellschaft. Es bleibt der Trost, dass solche Erpressungen häufig aufgeklärt werden. Die Täter müssen immer wieder mit ihren Opfern in Kontakt treten.

Dabei machen sie meistens irgendwann einen Fehler. Es bleiben Spuren zurück, wenn Bomben verschickt werden. Denn die Wege der Pakete und der Bauteile lassen sich rekonstruieren. Das macht Hoffnung auch für diesen Fall.