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Kommentar zu Gehaltsunterschieden in Deutschland: Geld allein macht nicht glücklich

Kommentar zu Gehaltsunterschieden in Deutschland : Geld allein macht nicht glücklich

Verdienst ist nur ein Faktor, der das Leben der Menschen bestimmt. Denn diese bleiben auch bei niedrigerem Einkommen in ihren Regionen, weil dort die weichen Faktoren passen. Dennoch stimmen manche Zahlen nachdenklich.

Die Gehaltsunterschiede in Deutschland sind groß. Selbst in gleichen Berufen wird von Region zu Region sehr unterschiedlich verdient. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Die Branchen sind regional ungleich verteilt, die Produktivität auch. Die Gewerkschaften setzen immer seltener einheitliche Tarifverträge durch. Wo das Handwerk und kleine Betriebe dominieren, spielen die kaum eine Rolle. Auch nach Jahrzehnten von Förderpolitik und Strukturhilfen und Aufbau Ost hat sich daran wenig geändert. Es gibt ein paar Aufsteiger und ein paar Absteiger. Veränderungen brauchen viel Zeit.

Das Bild ist jedoch unvollständig, denn Verdienst ist nur ein Faktor, der das Leben der Menschen bestimmt. Lebensqualität ist viel mehr. Die Menschen bleiben auch bei niedrigerem Einkommen in ihren Regionen, weil es sich dort gut leben lässt, weil das Wohnen zum Beispiel wenig kostet, und die Familie dort verwurzelt ist. Geld allein macht eben nicht glücklich.

Dennoch regen die Zahlen zum Nachdenken an. Was wird aus den heute schon strukturschwachen Regionen, wenn sich im Zuge des demografischen Wandels die Unterschiede zwischen den zahlungskräftigen Regionen und der Peripherie vergrößern? So viel Fördergelder, wie dann benötigt werden, kann der Staat kaum aufbringen. Die Lösung liegt in den Regionen selbst. Dort müssen die Menschen mobilisiert werden. Sie müssen in die Lage versetzt werden, die Lebensqualität ihrer Heimat zu erhalten. Dazu gehören Schulen, Freizeitmöglichkeiten, Straßen zu den Zentren und eine intakte Umwelt.