Kommentar zum Streit um die Essener Tafel: Essener Ausländer-Stopp ist ein Hilferuf

Kommentar zum Streit um die Essener Tafel : Essener Ausländer-Stopp ist ein Hilferuf

In Essen und bei anderen Tafeln prallen eine verfehlte Sozialpolitik und eine verfehlte Flüchtlingspolitik mit Wucht auf die Wirklichkeit, kommentiert Nils Rüdel.

Die Essener Tafel bleibt vorerst dabei: Sie akzeptiert keine Ausländer mehr als Neukunden. Vorrang haben Alleinerziehende, Senioren und Familien mit deutschem Pass. Damit der auf 75 Prozent gestiegene Ausländeranteil wieder sinkt und sich Ältere wieder hintrauen.

Es ist eine harte Entscheidung, und sie ist den Verantwortlichen sicher nicht leicht gefallen. Ihnen aber Rassismus zu unterstellen, ist völlig überzogen und wohlfeil. Im Berliner Regierungsviertel und in den gediegenen Altbauwohnungen der Republik ist man schnell empört – aber selten kommt man dort mit den Problemen der Ärmsten der Armen in Berührung.

Der Essener Ausländer-Stopp ist ein Notruf. Immer mehr Bedürftige, zuletzt durch die Flüchtlingskrise, stellen sich bei den Tafeln an. Diese bekommen aber vielerorts immer weniger Lebensmittel, gleichzeitig füllen sie Lücken, die der Sozialstaat lässt. Wenn der Kuchen nicht für alle reicht, wen sollen die Helfer ausschließen?

In Essen und bei anderen Tafeln prallen eine verfehlte Sozialpolitik und eine verfehlte Flüchtlingspolitik mit Wucht auf die Wirklichkeit. Es sind ehrenamtliche Helfer wie in Essen oder Bürgermeister, die das ausbaden müssen.

Essen wird kein Einzelfall bleiben, die Konkurrenz am unteren Rand der Gesellschaft zwischen Migranten und einheimischen Armen macht sich auch schon auf dem Wohnungsmarkt und in Schulen bemerkbar. Empörung ist gut, aber sie sollte sich nicht gegen die überlasteten Essener Freiwilligen richten, sondern gegen die wirklich Verantwortlichen: die Parteien, die seit Jahren im Bund und in NRW mitregieren.

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