Tabletten für Minderjährige und Schwangere: Schutz bei einem Atomunfall: NRW bestellt Jodtabletten

Tabletten für Minderjährige und Schwangere : Schutz bei einem Atomunfall: NRW bestellt Jodtabletten

Das Land NRW rüstet sich für den Fall eines Atomunfalls: Eine Sprecherin bestätigte am Dienstag, dass Jodtabletten für alle Schwangere und Minderjährige gekauft werden.

Um die Bevölkerung bei einem Atomunfall besser schützen zu können, will Nordrhein-Westfalen Jodtabletten für alle Schwangeren und Minderjährigen im Land kaufen. Eigentlich sei der Bund dafür zuständig. Weil es dort bislang aber keinen Zeitplan für die Anschaffung gebe, habe NRW als bislang einziges Bundesland entschieden, das Medikament auf eigene Kosten zu beschaffen, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Dienstag. Die „Westdeutsche Allgemeinn Zeitung“ hatte zuvor über die Pläne berichtet.

Die Strahlenschutzkommission des Bundes hatte nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima empfohlen, das gesamte NRW-Gebiet als sogenannte Fernzone auszuweisen. In diesem Gebiet sollen alle Schwangeren und Minderjährigen einen schnellen Zugang zu sechs Kaliumjodid-Tabletten bekommen. Bislang gibt es Jodtabletten in NRW lediglich in einem 100-Kilometer-Radius rund um Atomkraftwerke - dort allerdings für alle Menschen unter 45 Jahren.

Die europaweite Ausschreibung von Kaliumjodid-Tabletten laufe, sagte die Ministeriumssprecherin. Bis in ganz NRW genügend Tabletten für alle Schwangeren und Minderjährigen zur Verfügung stünden, werde es noch Monate dauern.

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