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Kommentar zum Renovierungsbedarf in den Schulen: Planloses Verhalten

Kommentar zum Renovierungsbedarf in den Schulen : Planloses Verhalten

Dass in Deutschland viele Schulen marode sind, liegt nicht an fehlenden Geldern. Stattdessen ist die aktuelle prekäre Lage auf Versäumnisse in der Politik zurückzuführen, meint GA-Chefredakteur Helge Matthiesen.

Deutschlands Schulen sind marode und die Kommunen kommen mit der Sanierung nicht hinterher. Das ist keine neue Erkenntnis. Man kann sie natürlich wiederholen und dabei hoffen, dass es irgendwann besser wird. Doch da stehen sich die Rathäuser selbst im Wege. Ihnen fehlt es weder an Geld noch an gutem Willen. Aber leider haben sie nicht die nötigen Planungskapazitäten. Es fehlen auch Handwerker. Manchmal fehlen auch die Gelder im eigenen Haushalt, um eine neue Kita zu finanzieren oder eine Schule auszubauen. Das fordern Bund und Land in der Regel. Die werden schon heute ihr Geld für solche Vorhaben nicht los.

Es rächen sich gleich mehrere Versäumnisse der zurückliegenden Jahre. Die Kommunen glaubten, dass sie so viele Schulen nicht mehr brauchen würden, weil die Zahl der Kinder sank. Entsprechend wenig haben sie kontinuierlich investiert. Es rächt sich der Personalrückbau in den Bauämtern. Planlose Politiker haben G8 erst eingeführt und dann wieder abgeschafft. Sie haben Rechtsansprüche auf Kita-Plätze geschaffen, ohne dass es die nötigen Gebäude gab. Jetzt stapeln sich die Schwierigkeiten und schnelle Lösungen sind gar nicht möglich, obwohl es Geld genug gibt.

Daher dürfen wir die Diagnose zur Kenntnis nehmen, den Kopf schütteln und darauf vertrauen, dass es schon irgendwie gutgeht. Man wurschtelt sich so durch, obwohl wir schon heute recht genau wissen, wie viele Kinder in fünf Jahren die Grundschule besuchen werden und in 13 Jahren Abitur machen. Aber Planung und Vorausschau funktioniert eben nicht. Leider.