Erhöhte Gefährdungslage: NRW-Polizei leistet immer mehr Überstunden

Erhöhte Gefährdungslage : NRW-Polizei leistet immer mehr Überstunden

Die 39.000 NRW-Polizeibeamten müssen immer mehr Überstunden leisten. Angesichts der erhöhten Gefährdungslage durch Terroristen, Großeinsätze bei wöchentlichen "Pegida"-Demos und Krawallen bei Fußballspielen hat NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) bis 2017 die Einstellung von zusätzlich 360 Polizisten und 25 Verfassungsschützern beantragt.

Allein im Jahr 2013 wurden in Nordrhein-Westfalen 1,66 Millionen Überstunden bei der Polizei geleistet. Das entspricht einer Mehrarbeit von umgerechnet 69.000 Tagen oder 189 Dienstjahren. Laut Dienstordnung müssen Überstunden spätestens nach drei Jahren - in Ausnahmefällen nach fünf Jahren - abgebaut werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich aber statt starrer Verfallsgrenzen für eine Vergütung der Überstunden auf Langzeitarbeitskonten aus.

Der CDU-Innenexperte Werner Lohn rechnet damit, dass 2014 jeweils knapp 90 Stunden für die 20 000 besonders belasteten Polizisten hinzugerechnet werden müssen. In Spezialhundertschaften seien mehr als 500 Überstunden keine Seltenheit mehr.

Die meisten Überstunden gab es 2013 in den Polizeibehörden Köln (214 000), Düsseldorf (156 000), Bochum (130 000), Dortmund (104 000), Aachen (78 000), Essen (71 000) und Bonn (70 000).

Mehr von GA BONN