Kommentar zur Zukunft der Pflege: Nicht vorbereitet

Kommentar zur Zukunft der Pflege : Nicht vorbereitet

Bei der Pflege rächt sich heute, dass trotz präziser Prognosen die Weichen vor 15 Jahren nicht gestellt wurden. Dass nun eine Debatte über die Finanzierung der Pflege gefordert wird, zeigt die Hilflosigkeit gegenüber dem Berg an Problemen.

So wie der einzelne Mensch dazu neigt, die Themen Pflege und Tod so lange zu verdrängen, bis sie ihn individuell treffen, so schiebt auch die Gesellschaft insgesamt diese Themen von sich. Heute rächt sich, dass trotz präziser Prognosen die Weichen vor 15 Jahren nicht gestellt wurden. Auf die weiter rasant wachsende Zahl von Pflegebedürftigen ist das Land immer noch nicht vorbereitet.

Wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun eine Debatte über die Finanzierung der Pflege fordert, dann zeigt das auch Hilflosigkeit gegenüber dem Berg an Problemen. Üblicherweise legen Minister Vorschläge zur Problemlösung vor und führen dann die Debatte, wie sich diese umsetzen lassen. Bislang ist Spahn stets für Generationengerechtigkeit bei der Lastenverteilung in den Sozialversicherungen eingetreten. Seitdem er Minister ist, handelt er wie seine Vorgänger: Beiträge auf Kosten der jüngeren Generation erhöhen.

Keine Frage, die Pflege wird die Gesellschaft künftig immer mehr Geld kosten. Zumal der wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen eine sinkende Zahl an pflegenden Angehörigen gegenübersteht. Da immer mehr Menschen pflegebedürftig werden, die keine Kinder haben oder deren Kinder weit weg beruflich gebunden sind, wird der Anteil der Menschen, die in einem Heim leben und damit höhere Pflegesätze benötigen, steigen. Das dafür notwendige Personal wird man dauerhaft nur mit einer ordentlichen Bezahlung bekommen können. Die daraus folgenden Verteilungskämpfe zu befrieden, ist eine Mammutaufgabe.

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