Nach Aus von Jamaika: Lambsdorff: FDP wollte keine Palastrevolte

Nach Aus von Jamaika : Lambsdorff: FDP wollte keine Palastrevolte

Gegen den Vorwurf, die FDP würde sich vor der Regierungsverantwortung drücken, wehrt sich der Bonner FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff im GA-Interview. Als "albern" bezeichnet er Aussagen von Grünen-Unterhändler Jürgen Trittin.

Der Bonner FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff wehrt sich nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen gegen den Vorwurf, dass sich seine Partei vor der Regierungsverantwortung drücke. „Man geht in eine Regierung, um bestimmte Inhalte umzusetzen, und zwar die, mit denen man sich vorher um die Stimmen der Wähler beworben hat. Aber es war auch nach vier Wochen noch nicht absehbar, dass das gelingen kann“, sagte er dem GA. „ Insofern drücken wir uns nicht vor der Regierungsverantwortung, sondern wir stehen zu der Verantwortung, die wir gegenüber den Wählern haben. Und das sind immerhin fünf Millionen Menschen in Deutschland und in Bonn fast 30.000.“ Das Regieren um jeden Preis gehöre für die FDP der Vergangenheit an.

Aussagen des Grünen-Unterhändlers Jürgen Trittin, demzufolge es FDP-Chef Christian Lindner um den Sturz von Kanzlerin Merkel gegangen sei, hält er für ein Ablenkungsmanöver von den internen Schwierigkeiten der Grünen. Das sei nun wirklich albern, sagte Lambsdorff, der an den Jamaika-Verhandlungen beteiligt war. „Wir haben hier in Berlin keine Palastrevolte angezettelt, um die Vorsitzende der CDU aus dem Kanzleramt zu vertreiben, sondern waren in Gesprächen über eine Koalitionsbildung.“

Einen Jamaika-Neustart hält er zurzeit nicht für möglich: „Mir fehlt im Moment die Fantasie, wie das nach den vergangenen Wochen und den Verletzungen, die da entstanden sind, gehen soll. Wir haben vier Wochen alle Fachgebiete intensiv durchverhandelt, haben uns partiell auch angenähert, aber die großen Streitthemen Energie, Zuwanderung, Steuern, Verkehr, Bildung waren bis zum Schluss offen.“