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Kommentar zum Umfragehoch der Grünen: Klimakrise konkret

Kommentar zum Umfragehoch der Grünen : Klimakrise konkret

Während die meisten anderen Parteien mit Nebenkriegsschauplätzen zu kämpfen haben, erleben die Grünen viel Zuspruch: Die Dauerhitze zerrt den Klimawandel ins Bewusstsein der Menschen, die der Partei derzeit 15 Prozent in Umfragen bescheren.

Die Grünen erleben gerade einen ganz besonderen Sommer. Dauerhitze zerrt eines ihrer Kernthemen wieder nach oben auf die Tagesordnung. Bauern klagen über Dürre, ältere Menschen und Kleinkinder leiden unter den hohen Temperaturen. Ein Thema, das alle verstehen und alle angeht. Klimakrise konkret heißt jetzt: überhitzte Sommer auch in Deutschland.

CDU und CSU haben derweil ihren Streit übers Asyl nur mit Mühe vor dem Bruch der Bundesregierung beigelegt – und vermutlich auch nur vorübergehend. Die SPD kommt nicht aus dem Umfragekeller, die Linke-Frontfrau Sahra Wagenknecht verkündet zum Ärger der eigenen Parteispitze den Start einer linken Sammlungsbewegung. Und die Grünen? Liegen plötzlich bei 15 Prozent. Eine Momentaufnahme, eine gegenwärtige Stimmung, aber doch mit dem Potenzial zu mehr.

Die SPD spürt, dass die Grünen ihr gefährlich werden können. Sie sind sich programmatisch ähnlich, aber die Grünen wirken nicht verbraucht und haben, anders als die Sozialdemokraten, mit Annalena Baerbock und Robert Habeck frische Gesichter. Die Sozialdemokraten sind gefangen in der Last einer Regierungsverantwortung im Bund, die sie so nie gewollt haben. Die Grünen sind frei von derlei Zwängen, regieren in aktuell neun Bundesländern, werden womöglich bald sogar in Bayern für eine Koalition gebraucht.

Doch für eine Regierungsbeteiligung im Bund ist der Weg weit. In Umfragen geschätzt, heißt noch lange nicht in Wahlen auch tatsächlich gewählt. Wer regieren will, braucht auch Ausdauer – und mehr als einen guten Sommer.