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Spendenkonto des Finanzministeriums: Kaum jemand spendet für Nordrhein-Westfalen

Spendenkonto des Finanzministeriums : Kaum jemand spendet für Nordrhein-Westfalen

Beim Finanzministerium in NRW ist es möglich, Spenden für das Land zu entrichten. Doch die Chance wird nur sehr selten genutzt. In einem Jahr kamen hier gerade einmal zwei Cent zusammen.

Für vieles kann gespendet werden. Für Erdbeben- und Dürreopfer, für Bildungschancen von jungen Menschen oder auch für ein würdiges Leben von Senioren - wie beim GA-Weihnachtslicht. Solche Spendenaktionen haben Menschen sicher auf dem Schirm, wenn sie Gutes tun wollen. Doch eine Spende für Nordrhein-Westfalen? Wohl nicht. Dabei gibt es diese Möglichkeit seit vier Jahren. Ein Bürger hatte die Idee und das Finanzministerium griff sie auf.

Doch dass sie auf fruchtbaren Boden gefallen wäre, kann man nicht sagen. 2015 gingen gerade zwei Cent ein, 2016 waren es 3500 Euro, 2017 genau 2000, doch seitdem erhielt das Land keine Spende mehr, wie das Finanzministerium auf Anfrage des AfD-Abgeordneten Herbert Strotebeck mitteilte. Woran das liegt? Geld für Menschen in Not zu spenden, dürfte für viele Bürger vermutlich sinnvoller sein, als dem Land über die Steuer hinaus Geld zu überlassen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass gar kein Konto dafür existiert. Man könne jede beliebige Bankverbindung der Finanzverwaltung benutzen und die Einzahlung als Spende deklarieren, rät das Finanzministerium. Am besten solle man noch die Haushaltsstelle (Kapitel 20 020, Titel 282 20) ergänzen. Die Landesregierung beabsichtige aber nicht, um Beiträge der Menschen und Unternehmen im Land über ihre Steuerpflicht hinaus zu werben, fügt das Ministerium noch hinzu.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in NRW beträgt derzeit 7782 Euro. Vielleicht möchte der eine oder andere Bürger ja seinen Schuldenanteil beim Land übernehmen, meint Strotebeck. Das aber dürfte dann doch ein frommer Wunsch sein.