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Kommentar zum Anstieg der Fehlzeiten: Fuß vom Gaspedal

Kommentar zum Anstieg der Fehlzeiten : Fuß vom Gaspedal

Der starke Anstieg psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren ist ein klares Indiz für die Stresszunahme am Arbeitsplatz. Wachsender Leistungs-, Kosten- und Zeitdruck bei zugleich älter werdenden Belegschaften hinterlassen ihre Spuren.

Der volkswirtschaftliche Schaden ist deutlich angestiegen, die Unternehmen dürften das spüren. Immer mehr Leistung und Effizienz von den eigenen Mitarbeitern zu verlangen, kann sich für ein Unternehmen am Ende weniger rechnen, als den Fuß auch mal vom Gaspedal zu nehmen und für ein entspannteres Umfeld zu sorgen.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung machte in dieser Woche deutlich, dass Vollzeit-Arbeitskräfte durchschnittlich deutlich mehr arbeiten, als in Tarif- oder Arbeitsverträgen vorgesehen ist. Bei Männern beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 43,8 Stunden, bei Frauen 41,8 Stunden. Alle würden ihre Arbeitszeit gerne reduzieren, während Teilzeitkräfte sie im Schnitt gerne aufstocken möchten. Eine andere Verteilung der Arbeitszeit auf die Köpfe könnte dem wachsenden Stress vieler Arbeitnehmer entgegenwirken.

Zudem klagen Mitarbeiter besonders über Stress, wenn ihre Arbeit zu wenig wertgeschätzt wird, sie zu ständig wechselnden Zeiten eingesetzt werden und selbst wenig Einfluss auf ihre Tätigkeit und das Unternehmen haben. Hier anzusetzen und für mehr Transparenz, Wertschätzung oder auch weniger schwankende Arbeitszeiten zu sorgen, kostet die Unternehmen wenig, könnte die Schäden durch Krankmeldungen aber erheblich reduzieren.