Kommentar zum Silvesterausschuss: Fragen an Düsseldorf

Kommentar zum Silvesterausschuss : Fragen an Düsseldorf

Damit keine Missverständnisse entstehen: Die Entlassung des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers Anfang Januar war zwingend erforderlich, um das erschütterte Vertrauen in die größte Polizeibehörde Nordrhein-Westfalens wiederherzustellen.

Die Ohnmacht der Ordnungshüter in der Silvesternacht gegenüber einem Migranten-Mob und die anschließende Irreführung der Öffentlichkeit über eine angeblich „entspannte Einsatznacht“ waren so beispiellos, dass jemand die politische Verantwortung dafür übernehmen musste.

Der Versuch des Innenministeriums aber, Albers zum Alleinschuldigen des weltweit beachteten Debakels zu stempeln, verfängt immer weniger. Der geschasste Polizeipräsident machte vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags so deutlich wie nie zuvor, dass bereits in den 48 Stunden nach dem Jahreswechsel die politische Tragweite der Übergriffe zwischen Stadt und Polizei rauf und runter diskutiert wurde.

Die Drähte haben bereits nach den ersten Anzeigen am 1. und 2. Januar geglüht. Nordafrikaner, Araber, Flüchtlinge gar haben Frauen auf einem der prominentesten Plätze in NRW massiv belästigt – da war nicht nur Albers elektrisiert. Nur in der Landesregierung will niemand etwas mitbekommen haben? Auch die Darstellung des angeschlagenen Innenministers Ralf Jäger (SPD), erst das entschiedene Durchgreifen seiner Spitzenbeamten habe die Vertuschungspolitik der Kölner Polizei beendet, kann so wohl nicht stehen bleiben. Albers Aussage holt die Silvesternacht wieder deutlich näher nach Düsseldorf.