Silvester in Hamburg: Erster Tatverdächtiger nach Übergriffen in Haft

Silvester in Hamburg : Erster Tatverdächtiger nach Übergriffen in Haft

Drei Wochen nach den Sex-Angriffen in der Silvesternacht kann die Hamburger Polizei einen Erfolg verbuchen. Ein erster Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht auf St. Pauli ist ein erster Tatverdächtiger in Haft. Das Hamburger Amtsgericht erließ am Donnerstag Haftbefehl gegen einen 29-jährigen Afghanen.

Ein zweiter Flüchtling aus Afghanistan, den die Polizei ebenfalls am Mittwoch festgenommen hatte, kam wieder auf freien Fuß. Gegen ihn habe sich kein dringender Tatverdacht ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die beiden Festnahmen waren die ersten seit Beginn der Ermittlungen.

Der nun in Untersuchungshaft sitzende 29-Jährige sei nach der Veröffentlichung von Fotos und anschließenden Zeugenhinweisen in einer Flüchtlingsunterkunft gefasst worden, hieß es. Die Ermittler werfen ihm sexuelle Nötigung vor. Sie stellten nach eigenen Angaben auch Beweismittel sicher. Die Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung hatte zuerst über die Festnahmen berichtet.

Wegen der Übergriffe in der Silvesternacht, die ein ähnliches Muster zeigen wie in Köln und anderen Städten, gingen bei der Hamburger Polizei bis zum Donnerstag 218 Strafanzeigen ein. 351 Frauen seien Opfer dieser Taten geworden. Am Freitag vergangener Woche war die Zahl der Anzeigen in Hamburg noch mit 195 und die der geschädigten Frauen mit 306 angegeben worden.

Die festgenommenen Afghanen gehörten zu acht Tatverdächtigen, die die Polizei bislang ermittelt hat. Alle dieser acht Personen hätten einen Migrationshintergrund, hatte der stellvertretenden Leiter des Landeskriminalamts, Frank-Martin Heise, am Freitag vergangener Woche im Innenausschuss der Bürgerschaft erklärt. Einige seien Flüchtlinge, die in Unterkünften der Stadt lebten, andere wohnten schon seit mehreren Jahren in Hamburg.

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