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Gesetzesentwurf im Kanzleramt: Eine Frau pro Vorstand soll in großen Unternehmen Pflicht werden

Gesetzesentwurf im Kanzleramt : Eine Frau pro Vorstand soll in großen Unternehmen Pflicht werden

Große Unternehmen können sich freiwillig eine Zahl als Ziel setzen, wie viele Frauen sie im Vorstand haben wollen. Bei vielen resultierte das in einer „Null“. Bundesfamilienministerin Giffey will noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf umsetzen, der dem entgegenwirkt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will auch für die Vorstände großer Unternehmen eine Frauenquote einführen. Nach ihren Plänen sollen börsennotierte Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Sitzen im Vorstand dort künftig einen Platz an eine Frau vergeben, wie Giffey am Montag im SWR sagte. Das sei zeitgemäß. Nach ihren Worten liegt ein entsprechender Gesetzentwurf bereits im Kanzleramt, muss innerhalb der großen Koalition aber noch diskutiert werden.

Seit 2016 gilt für die Aufsichtsräte großer börsennotierter und mitbestimmungspflichtiger Unternehmen eine Frauenquote. 30 Prozent der Posten müssen dort mit Frauen besetzt sein. Während die Unternehmen dies einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge erfüllen, bewegt sich in den Vorständen dieser Unternehmen wenig. Zwar ging der Anteil von Frauen 2019 nach oben, lag aber dennoch nur bei gut zehn Prozent.

Das Gesetz für die Frauenquote in Aufsichtsräten sieht vor, dass sich die Unternehmen freiwillige Zielgrößen für den Anteil weiblicher Führungskräfte in den Vorständen setzen. Giffey beklagte wiederholt, dass sich die Mehrheit die Zielgröße „Null“ gesetzt habe. „Das geht so nicht“, unterstrich sie im SWR.

Diskutiert wurde zunächst, ob die Unternehmen sanktioniert werden sollen, wenn sie ohne triftige Begründung die Zielgröße „Null“ definieren, um für mehr Frauen in Vorständen zu sorgen. Eine Quote für Vorstände gilt rechtlich als schwieriger als die für Aufsichtsräte. Giffey will, dass eine nun geplante Quote auch für Vorstände noch in diesem Jahr kommt. „Da müssen wir uns einfach auf den Weg machen“, sagte sie.

(epd)