Kommentar zur Flüchtlingskriminalität: Die Debatte entgleist

Kommentar zur Flüchtlingskriminalität : Die Debatte entgleist

Drei Vergewaltigungen mit zwei mutmaßlichen Tätern, die offenbar Flüchtlinge sind, erschüttern die Menschen. Sofort entgleist die Debatte.

Die einen kochen ihr politisches Süppchen und stellen die Flüchtlingspolitik insgesamt an den Pranger – so als wären alle Zuwanderer der vergangenen Monate gefährliche potenzielle Vergewaltiger. Die anderen philosophieren über das Frauenbild der Männer aus dem Orient – so als wären Vergewaltigungen auch dort nicht verboten und mit Strafe bewehrt.

Verbrechen wie die von Freiburg und von Bochum hat es leider schon immer gegeben und es wird sie weiter geben. Die Täter kamen und kommen aus allen Kulturkreisen – auch aus dem einheimischen. Sie zu finden, ihnen die Taten nachzuweisen und sie dann zu verurteilen ist Sache der Polizei und der Justiz.

Noch etwas anderes ist wichtig: Egal von welcher Seite sich die Debatten den Fällen nähern – sie bauen auf der Furcht vor dem Fremden auf und instrumentalisieren die Angst gegen eine Gruppe von Menschen. Das hilft aber nicht, die Probleme zu lösen, die entstehen, wenn junge Männer ohne Familien hier leben und womöglich noch in Gemeinschaftsunterkünften hausen. Es wäre unklug, sich mit der Gemengelage sexuell motivierter Verbrechen aus Kreisen von Flüchtlingen nicht zu beschäftigen.

Es wäre genauso unklug, Ängste zu schüren und Vorurteilen Raum zu geben, die alle Fremden unter Verdacht stellen. All das aber bitte mit Sachlichkeit und ohne Schaum vor dem Mund. Die Folgen tragen ansonsten Menschen, die nichts dafür können, dass andere Verbrechen begehen.

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