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Kommentar zur Rechtschreibung in der Grundschule: Die Basis legen

Kommentar zur Rechtschreibung in der Grundschule : Die Basis legen

Beim Thema Rechtschreibung kochen die Emotionen hoch - dabei ist eigentlich klar, welche die beste Methode zum Lesen lernen ist, sagt unsere Autorin.

Lieber Fibel oder „Lesen durch Schreiben“? Wenn über den besten Weg zur guten Rechtschreibung gestritten wird, kochen schnell die Emotionen hoch. Die Diskussion entzweit Elternschaft, Lehrerkollegien und Forscherteams. Jetzt hat die Uni Bonn eine wissenschaftliche Analyse geliefert – doch wieder wird heiß diskutiert.

Dabei sind die Ergebnisse eindeutig. Grundschüler, die mit dem systematischen Fibelansatz Rechtschreibung lernen, machen deutlich weniger Fehler als Kinder, die mit einem freien Ansatz arbeiten. Natürlich, die Studie ist nicht repräsentativ und es muss weiter geforscht werden. Aber trotzdem zeigt sie den Zukunftsweg auf: Und der heißt „vorrangig Fibel“, auch wenn er auf den ersten Blick rückwärtsgewandt erscheint.

Unterricht verändert sich ebenso wie die Lebenswirklichkeit der Mädchen und Jungen. Individuelles Lernen statt Frontalunterricht, Daddeln am Computer oder dem Smartphone statt Schmökern in einem Buch. Da passen Fibel und Diktate nicht mehr so gut ins Bild.

Doch laut Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen haben die Rechtschreibleistungen der Viertklässler in Deutschland abgenommen. Am besten schneiden dem Bildungstrend 2016 zufolge Bayern und das Saarland ab – zwei Länder, die auf die Fibel setzen. Natürlich ist nicht nur die Methode entscheidend, viele Lehrer in NRW, das bundesweit auf Platz neun liegt, wenden ohnehin einen Methodenmix an. Und auch Lehrermangel und Unterrichtsausfall tragen ihren Teil zum Gesamtbild bei. Aber ganz ohne eine systematische Basis von Anfang an scheint es doch nicht zu gehen.