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CDU-Parteitag: Der Hausmeister ließ die C-Diebe ins Haus

CDU-Parteitag : Der Hausmeister ließ die C-Diebe ins Haus

Eigentlich wollten die Umweltaktivisten von Greenpeace mit dem Diebstahl des „C“ von der Fassade des Berliner Konrad-Adenauer-Hauses die CDU blank aussehen lassen. Am Ende konnte die CDU mit einer humorvollen Reaktion die Aktion für sich ins Positive drehen.

Wer sich gelegentlich fragt, ob das C im Namen der CDU eigentlich noch zeitgemäß ist, dem hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace nun eine Antwort gegeben. Trickreich und dreist haben die Aktivisten der Partei das C geklaut und am Ende dem für „Christlich“ stehenden Buchstaben im Parteinamen zu neuem Glanz und ungeahnter Prominenz verholfen.

Doch der Reihe nach: Am Donnerstag hielt ein Lieferwagen vor dem Adenauer-Haus, ein Kran war schon Stunden zuvor in der Nachbarschaft bereitgestellt worden. Die Aktivisten von Greenpeace überzeugten den Hausmeister, dass sie die Buchstaben CDU, die auf der Terrasse der Parteizentrale Richtung Straße zeigen, austauschen sollten. Sie hatten sogar tatsächlich neue Buchstaben dabei. Dann aber montierten sie nur das C ab. „DU“ blieb übrig.

Greenpeace vervollständigte mit einem Transparent im Stil der Zehn Gebote: „sollst das Klima retten“. Die Umweltschützer wollten nach eigenen Angaben mit der Aktion der CDU vor Augen führen, dass sie ihrem christlichen Anspruch auf Bewahrung der Schöpfung mit ihrer Politik nicht nachkomme.

CDU reagiert souverän

Die Berliner Parteizentrale, die sich nach der hilflosen Reaktion auf das Video des Youtubers Rezo in ihrer Kommunikation über soziale Netzwerke neu aufgestellt hat, reagierte mit Humor. Unter anderem twitterte das Team der CDU-Parteizentrale: „Liebes C, den Seitensprung verzeihen wir Dir. In guten wie in schlechten Zeiten, müssen wir zusammenstehen. Auch wenn es mal schwierig ist, einen Kompromiss zu finden. @IchBinDasC“ Auch bekannte Lied-Titel und Song-Zeilen wurden in abgewandelter Form bemüht wie „Gib mir mein C zurück“ oder „Ein bisschen C muss sein“.

Der Satiriker Jan Böhmermann kommentierte die offensive Kommunikation der C-Partei einigermaßen perplex: „Die CDU hat gegen Greenpeace gewonnen. What a time to be alive.“ (frei übersetzt: In was für einer Zeit leben wir). Die Aktivisten von Greenpeace ließen sich vom Gegenschlag in den sozialen Netzwerken allerdings nicht beirren.

Greenpeace setzt noch einen drauf

Am Freitagmorgen tauchte ein mannshohes rotes C auf zwei Beinen vor der Leipziger Messehalle auf und begehrte als zurückgekehrtes C eine Akkreditierung beim Parteitag – vergeblich.  Auch die CDU-Führung nutzte die Aufmerksamkeit für das C, um für die eigene Identität Werbung zu machen. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „So ein C für Christlichkeit und Nachhaltigkeit kann auch Greenpeace nix schaden, leihen wir also gerne für kurze Zeit einmal aus.“