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Coronavirus in NRW: Alle Regeln und Maßnahmen ab 30. Mai

Corona-Regeln ab 30. Mai : Was jetzt in NRW verboten und was erlaubt ist

In Nordrhein-Westfalen werden weitere Corona-Regeln gelockert. Unter anderem können sich ab Samstag bis zu zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen. Zudem sind weitere Sportarten wieder erlaubt und Kinos dürfen öffnen.

Fußball, Ferienangebote und endlich wieder ins Kino oder Theater: Vom Pfingstwochenende an gibt es nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder mehr Freizeitmöglichkeiten für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Ab Samstag, 30. Mai, dürfen zahlreiche Einrichtungen - natürlich unter strengen Hygieneregeln - wieder ihr Türen öffnen. Auch mehr Menschen dürfen sich draußen treffen. Die Landesregierung gab am Mittwochabend weitere Öffnungen der Anti-Corona-Maßnahmen bekannt.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN

Die Kontaktbeschränkungen werden bis zum 29. Juni verlängert. Darauf haben sich Bund und Länder am Dienstagabend verständigt. Wie am Mittwochabend, 27. Mai, bekannt wurde, werden die bestehenden Kontaktbeschränkungen in NRW gelockert, damit sich neben den bisher möglichen Konstellationen (Familie oder zwei Haushalte) eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen darf. Voraussetzung: Die Rückverfolgbarkeit der am Treffen beteiligten Personen ist sichergestellt.

KONZERTE, THEATER und KINO

Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen. Wenn es weniger Personen sind, müssen dennoch die Hygienevorgaben eingehalten werden.

SPORT

Personengruppen, die sich im Rahmen der Kontaktbeschränkungen treffen dürfen - also bis zu zehn Personen - wird auch der nicht-kontaktfreie Sport im Freien wieder gestattet. Für zwei echte Fuballmannschaften reicht das nicht. Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport im Freien sind unter Einhaltung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts wieder zulässig. Der Sport-, Trainings- und Wettkampfbetrieb mit unvermeidbarem Körperkontakt bleibt untersagt. Bahnen-Schwimmbecken, auch in Hallenbädern, können ihren Betrieb wiederaufnehmen.

MESSEN

Fachmessen und Fachkongresse können mit Schutzkonzepten und beschränkter Besucher- und Teilnehmerzahl wieder stattfinden.

FERIENFREIZEITEN

Kinder und Jugendliche dürfen wieder zu Ferienfreizeiten oder in die Stadtranderholung. Ungetrübter Spaß wird das allerdings nicht: „Aktivitäten mit direktem Körperkontakt sollten auf ein Minimum beschränkt werden“, heißt es in den Hygieneregeln. „Bei größeren Gruppen von mehr als 15 Teilnehmenden sind feste Bezugsgruppen zu bilden“ - die dann vom Mindestabstand befreit sind. Treffen sie auf eine andere Gruppe, gilt wieder das Abstandsgebot.

„Soweit der Mindestabstand aufgrund räumlicher Verhältnisse oder zwingender programmbedingter Abläufe nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung vorzugeben.“ Die Teilnehmer müssen daher immer eine Maske dabei haben. Die Betreuer müssen Ersatz parat haben. „Die Belegung von Zimmern/ Zelten darf höchstens mit der halben maximalen Kapazität unter Einhaltung des Mindestabstands der Betten/Isomatten o.ä. erfolgen.“

HOCHZEITSGESELLSCHAFTEN

In der am 19. Mai veröffentlichten Neufassung der Coronaschutz-Verordnung heißt es: „Standesamtliche Trauungen einschließlich der Zusammenkunft unmittelbar vor dem Ort der Trauung sind auch mit Gästen zulässig.“ Voraussetzung: Mindestabstand von 1,5 Metern - soweit es nicht zwei Familien oder Haushalte sind. Und „insbesondere ein direkter Kontakt (Händeschütteln, Umarmen etc.)“ der Gäste muss laut Verordnung vermieden werden - sowohl bei Begrüßung als auch bei der Gratulation: „Unter Beachtung dieser Regelung umfasst die Zulässigkeit sowohl die Trauzeremonie als auch das Zusammentreffen unmittelbar vor dem Ort der Trauung.“

TATTOO- UND PIERCINGSTUDIOS

Nach Massage- oder Kosmetikstudios dürfen ab sofort auch Tattoo- und Piercingstudios wieder öffnen. Dort gelten die gleichen Hygienevorgaben, wozu ein Mund-Nase-Schutz und - bei Behandlungen am Gesicht - für die Dienstleister eine Spezialmaske, Schutzbrille oder Schutzschild gehören.

PICKNICKS

Wie die Landesregierung via Twitter mitteilte, sind auch Picknicks wieder erlaubt. Das Grillen im Park bleibt weiter verboten.

CHORPROBEN

Ebenfalls in der Coronaschutz-Verordnung festgehalten: Die Regelung für - zuvor verbotene - Chorproben. So dürfen seit dem 20. Mai mehrere Sänger in Opern oder Konzerthäusern wieder gemeinsam üben. Aber: Stehen sie nebeneinander, müssen die Sängerinnen und Sänger drei Meter Abstand halten. Stehen sie in mehreren Reihen, wird es noch komplizierter: Hier sind 6 Meter Abstand in „Ausstoßrichtung“ vorgeschrieben. Zudem ist „eine Raumgröße von mindestens zehn Quadratmetern pro Person vorzusehen.“

GASTRONOMIE

Restaurants, Cafés und Kneipen mit Sitzplätzen dürfen seit dem 11. Maiim Innen- und Außenbereich öffnen. Voraussetzung sind 1,5 Meter Tisch-Abstand, gemessen von Rückenlehne zu Rückenlehne. Die Wirte müssen die Gäste namentlich registrieren. Personenbegrenzungen gibt es zwar nicht, allerdings dürfte durch den Mindestabstand der Tische die Zahl der Gäste wohl automatisch begrenzt werden. Es gibt keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten und der Verweildauer. Bars, Discos und andere gastronomische Einrichtungen ohne Sitzgelegenheiten müssen dagegen geschlossen bleiben. Verboten sind weiterhin Buffets mit offenen Speisen.

Zu den bereits bekannten Regeln kommt in den am 17. Mai veröffentlichten „Hygiene- und Infektionsstandards“ die Möglichkeit, Gästen einen Mundschutz zu verpassen - wenn sie nicht an ihrem Tisch sitzen. So kann zum Beispiel beim Gang auf die Toilette vom Mindestabstand zu anderen Tischen abgesehen werden. Gewürzstreuer und Zahnstocher dürfen nicht offen auf dem Tisch stehen. Werden sie angereicht, müssen sie nach der Benutzung abgewischt werden - wie auch Speisekarten.

TOURISMUS/HOTELS

Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen seit dem 11. Mai unter Auflagen auch zu touristischen Zwecken wieder genutzt werden. Freizeitparks, Ausflugsschiffe, Fahrrad- und Bootsverleihe dürfen öffnen. Hotels dürfen seit dem 18. Mai wieder öffnen. „Beschäftigte, die direkten Kontakt mit Gästen haben, müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.“ Die Zimmerreinigung soll „bei kürzeren Aufenthalten“ nicht jeden Tag sondern nur nach der Abreise erfolgen. Alles, was im Zimmer liegt - zum Beispiel Zeitschriften oder Kulis - muss mindestens nach jedem Gästewechsel gereinigt werden.

Darüber hinaus soll die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufgehoben werden, wenn die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Konkret geht es um Reisen in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, in Schengen-assoziierte Staaten und in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

BESUCH IM PFLEGEHEIM

Bewohner von Alters- und Pflegeheimen dürfen seit dem 10. Mai unter strengen Auflagen wieder Besuch bekommen. Nach den Plänen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann könnten die Besuche etwa in separaten Arealen oder im Außenbereich stattfinden. Mit Schutzkleidung dürfen Besucher die Heime auch betreten und etwa bettlägerige Personen in ihrem Zimmer besuchen. Möglich sind Besuche von bis zu zwei Personen in den einzelnen Räumen. Direkt in das Zimmer eines Bewohners darf nur eine Person. Die Dauer des Besuchs ist auf höchstens zwei Stunden pro Besuch und Tag begrenzt. Darüber hinaus gelten die üblichen Hygieneregeln wie das Tragen von Masken und das Nutzen von Desinfektionsmittel.

KRANKENHÄUSER

Einzelne Krankenhäuser können Besuche bereits seit 11. Mai wieder zulassen, soweit sie dies unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens für angemessen halten und ein Hygiene-Konzept sicherstellen. Allgemein dürfen Krankenhäuser und andere stationäre Gesundheitseinrichtungen aber erst ab 20. Mai Besucher zulassen.

FITNESSSTUDIOS

Dort gelten weniger strenge Zutritts-Regeln als zum Beispiel für Freibäder: So werden als Maßstab pro Kunde 7 Quadratmeter - statt 10 - angesetzt. Dafür ist „aufgrund der Aerosolbelastung jedes hochintensive Ausdauertraining (Indoor-Cycling, HIIT und anaerobes Schwellentraining)“ verboten.

FREI- UND HALLENBÄDER

Vorgeschrieben wird eine begrenzte Zahl an Gästen, der stetige Mindestabstand - auch im Becken und in Duschen - sowie Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Jeder Besucher soll zudem registriert werden. Gäste müssen sich nach Betreten des Freibads die Hände waschen oder desinfizieren. Freibäder dürfen seit dem 20. Mai wieder öffnen. Hallenbäder dürfen ab dem 30. Mai wieder den Betrieb aufnehmen.

FRISEURE

Friseure dürfen seit dem 4. Mai ihre Salons wieder öffnen. Es werden allerdings auch beim Friseurbesuch strenge Corona-Regeln gelten. Unter anderem müssen zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen Abstände von zwei Metern eingehalten werden. Neben Haarschnitten dürfen seit Montag, 4. Mai, auch wieder medizinische und kosmetische Fußbehandlungen durchgeführt werden.

Bei „gesichtsnahen Dienstleistungen und nicht einhaltbaren Schutzabständen“ müssen Beschäftigte laut der neuen Verordnung vom Sonntag, 17. Mai, eine spezielle Mund-Nasen-Maske „ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild“ tragen. „Das Tragen von Einweghandschuhen ist vom Beginn der Dienstleistung bis nach dem Waschen der Haare obligatorisch.

MASKENPFLICHT

Indem Mund und Nase mit Stoff bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken. Auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher sind erlaubt. Die Pflicht gilt seit dem 27. April in Bussen und Bahnen, in allen Ladengeschäften und Ausstellungsräumen, auf Wochenmärkten, in Einkaufszentren, an Haltestellen und Bahnhöfe, in Taxis, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in der Post, in Banken und in Tankstellen. Auch bei der Abholung von Speisen und Getränken in Gastronomie-Betrieben muss eine Maske getragen werden.

Maskenpflicht in NRW - So trägt man eine Alltagsmaske richtig

SPIELPLÄTZE

Seit dem 7. Mai dürfen Kinder wieder auf die Spielplätze - zeitgleich mit dem Schulbeginn der Viertklässler. Nach der Corona-Schutzverordnung müssen die Begleitpersonen auf den Spielplätzen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander wahren.

KITAS

Nachdem zunächst die Notbetreuung in den Kitas in NRW ausgeweitet wurde und nun Kinder alleinerziehender Eltern, Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie seit dem 28. Mai die Vorschulkinder wieder zur Kita gehen dürfen, hat die Landesregierung nun beschlossen, dass die Kindertagesstätten und Tagespflegestellen ab dem 8. Juni wieder für alle Kinder öffnen dürfen. Die Betreuungszeit wird jedoch um jeweils zehn Stunden reduziert: Wer zuvor etwa 45 Stunden Betreuungszeit hatte, hat nun 35. Die Kitagebühren, die bereits für April und Mai erlassen wurden, müssen im Juni und Juli nur jeweils zur Hälfte gezahlt werden.

GESCHÄFTE

Unabhängig von ihrer Größe dürfen Geschäfte unter Auflagen zu Abstands- und Hygieneregeln (eine Person pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche) seit dem 11. Mai wieder öffnen.

SONNTAGSÖFFNUNG

„Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Geschäfte des Großhandels dürfen über die bestehenden gesetzlichen Regelungen hinaus an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr öffnen“, heißt es in der Schutzverordnung. Apotheken dürfen an Sonn- und Feiertagen generell öffnen.

GOTTESDIENSTE

Gottesdienste sind in NRW wieder mit strengen Sicherheitskonzepten und begrenzter Teilnehmerzahl möglich.

FAHRSCHULEN

Fahrschulen dürfen ihre Dienste unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen und Mindestabständen weiter anbieten. Beim praktischen Fahrschulunterricht kann und muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden.

STRAFEN UND GELDBUSSEN

Wer „vorsätzlich oder fahrlässig“ gegen wesentliche Vorschriften der Coronaschutzverordnung verstößt und eine unzulässige Veranstaltung durchführt oder an solchen Veranstaltungen beziehungsweise Versammlungen teilnimmt, kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.

Ordnungswidrigkeiten können gemäß Infektionsschutzgesetz mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Ordnungswidrig handelt demnach, wer vorsätzlich oder fahrlässig etwa unerlaubte Besuche in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen abstattet, Einrichtungen betreibt, die nicht den erforderlichen Standards für Hygiene, Mindestabstände und Zutrittsregelungen entsprechen, touristische Übernachtungen anbietet oder wahrnimmt oder auch „an einem Picknick oder einem Grillen auf einem öffentlichen Platz oder einer öffentlichen Anlage beteiligt ist“. Insgesamt listet die Coronaschutzverordnung, deren aktuelle Fassung bis zum 15. Juni gilt, 42 Ordnungswidrigkeiten auf.

(mit Material von dpa)