Staatsanwaltschaft in Düsseldorf: 90-Jährige vergewaltigt: Tatverdächtiger polizeibekannt

Staatsanwaltschaft in Düsseldorf : 90-Jährige vergewaltigt: Tatverdächtiger polizeibekannt

Der 19-jährige Tatverdächtige war den Behörden als Gewalttäter bekannt und erst im August aus U-Haft entlassen worden. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft weist die Verantwortung von sich.

Nach dem aufsehenerregenden Fall der Vergewaltigung einer 90-jährigen Frau mitten in der Düsseldorfer Altstadt hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Mutmaßungen über eine Justizpanne am Montag zurückgewiesen. Ein polizeibekannter 19-jähriger Spanier mit marokkanischen Wurzeln soll die Seniorin vor zwei Wochen am helllichten Tag nach einem Kirchenbesuch abgefangen und in einem Hinterhof missbraucht haben.

Zunächst konnte er unbemerkt zwischen flanierenden Düsseldorf-Touristen entkommen. Die Polizei kam ihm durch einen DNA-Abgleich auf die Spur und konnte ihn am vergangenen Freitagabend im Umfeld des Düsseldorfer Hauptbahnhofs festnehmen.

Pikant: Der wohnungslose Mann war erst im August aus zweimonatiger Untersuchungshaft entlassen worden und als Gewalttäter den Behörden bekannt. Bereits im Mai hatte er spätabends vor einer Altstadtkneipe einem 17-Jährigen ins Gesicht geschlagen und die Herausgabe von 15 Euro erzwungen. Daraufhin wurde er zu einem vierwöchigen Jugendarrest verurteilt, der jedoch mit der Untersuchungshaft bereits abgegolten war.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sich der 19-jährige Spanier seit Ende August ganz regulär wieder auf freiem Fuß befunden habe. Er sei für den Raub im Mai angeklagt und verurteilt worden und habe seinen Arrest abgesessen. Niemand habe die brutale Vergewaltigung wenige Wochen später voraussehen können. Die Staatsanwaltschaft widersprach damit Berichten, der Mann sei von der Justiz im August ohne Anklage und Urteil auf freien Fuß gesetzt worden.

Wegen seines spanischen Passes besitzt der 19-Jährige die EU-Freizügigkeitsrechte und kann nicht abgeschoben werden. Angeblich war der Mann den Behörden bereits vor den Sexualdelikten als Taschendieb bekannt. Er wird zur „Antänzerszene“ gerechnet, also zu den in Köln und Düsseldorf sehr aktiven Banden krimineller Nordafrikaner, die zu ihren Opfern in Menschenmengen Körperkontakt suchen und sie dann bestehlen.

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