Köln betroffen: 18 Bundeswehr-Standorte kontaminiert

Köln betroffen : 18 Bundeswehr-Standorte kontaminiert

18 Liegenschaften der Bundeswehr sollen mit gesundheitsschädlichem Löschschaum verunreinigt sein. Betroffen sind auch Köln-Wahn und Nörvenich, zudem gibt es weitere Verdachtsfälle - auch in der Region.

Die Bundeswehr soll durch den Einsatz von gesundheitsschädlichem Löschschaum bei der Feuerwehr zahlreiche Standorte verunreinigt haben – darunter die Luftwaffen-Kaserne in Köln-Wahn und den Nato-Flugplatz Nörvenich. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Der Sender bezieht sich dabei auf ihm vorliegende Gutachten und Messwerte. Demzufolge soll für 18 Liegenschaften die Kontamination mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) bestätigt sein, zudem gebe es weitere Verdachtsfälle.

Das zuständige Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn bestätigte die Kontaminationen in Wahn, die seit Februar 2012 bekannt sei, und Nörvenich,auf GA-Anfrage. Verdachtsfälle in der Region seien das Materialdepot in Mechernich, das Munitionslager Rheinbach, die Hardthöhe Bonn, die Forschungsinstitute in Wachtberg, die Mercator-Kaserne Euskirchen sowie das Fraunhofer Institut in Euskirchen, sagte eine Sprecherin.

Löschschäume, die PFC enthielten seien bei Flüssigkeitsbränden das effektivste Löschmittel, sagte sie weiter. Gesetzliche Vorgaben seien jederzeit beachtet worden. Die betroffenen Liegenschaften würden derzeit untersucht, eine „abschließende Gefährdungsabschätzung“ liege noch nicht vor. Eine Gefahr für die Anwohner und Beschäftigten in Wahn schließt sie aus. Das Problem der durch PFC im Löschschaum entstanden Belastungen von Boden und Grundwasser stelle sich nicht nur für die Bundeswehr, betonte die Sprecherin.

Der zivile Flughafen Köln/Bonn habe als „einer der ersten Flughäfen“ 2010 angefangen, auf die Verwendung von fluorfreien Löschmitteln umzustellen, sagte Pressesprecher Alexander Weise auf Anfrage. Seit 2011 laufe zudem die Sanierung eines stillgelegten Feuerlösch-Übungsbeckens. Außerdem werde im Bereich der Feuerwache eine lokal begrenzte Fläche saniert.

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