Kommentar zu A380-Produktion: Prestigeverlust

Kommentar zu A380-Produktion : Prestigeverlust

Airbus stellt den A380 früher als geplant ein und der Schaden ist groß. Das Aus birgt aber auch die Chance, das Unternehmen auf zukunftsfähigere Technologien auszurichten.

Airbus hat mit dem Großraumflugzeug A380 zu lange aufs falsche Pferd gesetzt. Das war ein grober Fehler des Managements. Nun ist der Schaden groß. Die Skepsis gegenüber dem Riesenflieger bestand von Anfang an, der Rückgang der weltweiten Nachfrage für sehr große Jets zeichnete sich seit Jahren ab. Der US-Konkurrent Boeing feiert einen Triumph, Airbus erleidet einen Prestigeverlust, der Industriestandort Europa einen herben Rückschlag.

Vor allem aber sind nun 3000 bis 3500 Arbeitsplätze bedroht, davon viele in Norddeutschland. Hinzu kommt, dass die europäischen und insbesondere die deutschen Steuerzahler hohe Summen verlieren dürften, weil Airbus staatliche Darlehen in Milliardenhöhe möglicherweise nicht zurückzahlen wird, die die Airbus-Nationen dem Unternehmen für die Entwicklung des Riesenflugzeugs gewährt hatten.

Der Flugzeugbauer kann froh sein, dass die Nachfrage nach kleineren Flugzeugen wie dem A320 und dem A350 zugleich weiter zugenommen hat und diese Erfolge das Verlustgeschäft mit dem A380 teilweise kompensieren können. Die Jobverluste könnten sich durch Umschichtungen der Produktion innerhalb des Unternehmens in Grenzen halten. Die Politik sollte jetzt nicht bei Airbus helfend eingreifen. Verhandlungen über Ersatzarbeitsplätze und soziale Auffanglösungen sind allein Sache der Sozialpartner im Unternehmen. Airbus hat dafür selbst genügend Ressourcen. Das Fehlmanagement sollte nicht noch teurer für die Steuerzahler werden.

Das Aus für den A380 birgt die Chance, das Unternehmen auf zukunftsfähigere Technologien auszurichten. Klimaschutz, Energiesparsamkeit und alternative, nicht-fossile Antriebe sollten hierbei die Richtschnur sein.

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