Kommentar zur Affäre Flynn: Dubios

Kommentar zur Affäre Flynn : Dubios

Warum Trump die Signale in den Wind schoss, warum er Flynn gewähren ließ, bis es nicht mehr ging, wird im Rückblick immer dubioser, sagt GA-Korrespondent Dirk Hautkapp.

Menschen- und Sachkenntnis. Wenn sich Donald Trump, abgesehen von genereller Großartigkeit, etwas zugutehält – dann das. Wie mäßig es tatsächlich um diese Fähigkeiten beim Präsidenten der USA bestellt ist, zeigt wie unter dem Brennglas die Affäre um seinen ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn.

Der frühere General sorgt auch noch Wochen nach dem durch ominöse Russland-Kontakte erzwungenen Rücktritt für Schlagzeilen mit Sprengkraft. Was jetzt im zuständigen Ausschuss des Senats in Washington aus berufenem Munde über Flynn zu hören war, fällt in besonders unangenehmer Weise auf Trump zurück.

Die frühere Vize-Justizministerin Sally Yates sagte unter Eid, dass sie die Trump-Regierung frühzeitig über Flynns „Erpressbarkeit“ durch den Kreml informiert habe. Ihre Aussagen liegen auf einer Linie mit der Information, dass der damalige Präsident Barack Obama persönlich seinen Nachfolger vor der Beschäftigung des umtriebigen Militärs gewarnt hat.

Warum Trump die Signale in den Wind schoss, warum er Flynn gewähren ließ, bis es nicht mehr ging, wird im Rückblick immer dubioser. Trumps Standardentgegnung, die Russland-Connection seines Teams sei eine Medienerfindung, wird nicht mehr lange halten. Die Frage, die jetzt ins Zentrum rückt, ist: Was wusste der Präsident persönlich (von möglicherweise unstatthaften Kontakten zu russischen Stellen im vergangenen Wahlkampf) – und wann wusste er es. Von der Beantwortung könnte abhängen, ob und wie es mit Trumps Präsidentschaft weitergeht.