Kommentar zu Stephen Bannon

Trump im Chaos

 Stephen Bannon verlässt das Weiße Haus.

Stephen Bannon verlässt das Weiße Haus.

Washington. Der richtige politische Sturm in Washington kommt erst noch, meint GA-Kommentator Dirk Hautkapp. Ob es zu einer Amtsenthebung Trumps komme, hänge allein von den Republikanern ab.

Immer wenn man denkt, das Karussell des Irrsinns, das Donald Trump zum Markenzeichen seiner Präsidentschaft gemacht hat, kann sich nicht mehr schnell drehen, schaltet das Enfant terrible im Weißen Haus einen Gang höher.

Anstatt seinem Volk Halt und Orientierung zu geben in krisenhaften Situationen von nationaler Wucht, überlässt Trump die chronisch zerrissenen Vereinigten Staaten regelmäßig dem freien Fall. Mit einem Mann im Weißen Haus, der in vollem Bewusstsein die schützende Hand über den rechten Mob hält und mit Staatsfeinden sympathisiert, will die große Mehrheit der Amerikaner nichts zu tun haben. Inzwischen gehört es zum Tischgespräch dazu, über die Amtsenthebung oder die Ablösung des Präsidenten zu debattieren. Ob es dazu kommt, hängt allein von den Republikanern ab.

Entscheidend könnte die Rolle Stephen Bannons sein. Der gefeuerte Chefstratege des Präsidenten ist mit einem Fingerzeig ausgeschieden, der nichts anderes als eine politische Kriegserklärung ist. Tenor: Bleibt Trump auf rechts-nationalistischem Kurs – sprich: gegen Einwanderung, gegen China, gegen Globalisierung, pro Mauerbau an der Grenze zu Mexiko etc. – wird Bannon mit seinem publizistischen Sturmgeschütz „Breitbart News“ feindliche Vorstöße auf Trump abfangen. Nähert sich der ideologisch biegsame Milliardär der politischen Mitte, nimmt der Feuerkopf den Präsidenten selbst in Visier und bringt die Massen gegen das Weiße Haus auf.

Bannons Rauswurf ist nur eine Episode. Der richtige Sturm in Washington, er kommt erst noch.