Kommentar zur DLR-Studie

Studie zum Fluglärm ist wenig erhellend

Wenn es dämmert, gehen viele Kinder ins Bett. In Flughafennähe ist das Einschlafen dann oft nicht leicht.

Wenn es dämmert, gehen viele Kinder ins Bett. In Flughafennähe ist das Einschlafen dann oft nicht leicht.

Köln/Bonn. Die Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zu den Auswirkungen von nächtlichem Fluglärm auf Grundschulkindern ist wenig erhellend. Unser Kommentator fragt sich, was das Ziel der Untersuchung gewesen sein mag.

Seit Jahrzehnten schwelt in der Region Köln-Bonn der Streit zwischen Airportbetreiber und betroffenen Anwohnern über die gesundheitlichen Auswirkungen des nächtlichen Fluglärms vom Flughafen Köln/Bonn . Die einen sagen so, die anderen so. Allerdings: Zahlreiche medizinische Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass eine gestörte Nachtruhe den Stresspegel und damit die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant steigert.

Jetzt legt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer Untersuchung von Grundschulkindern nach und stellt „überrascht“ fest, dass Nachtfluglärm sie zwar unruhiger schlafen lässt, das individuelle Müdigkeitsgefühl aber nicht zunimmt. Dieses Ergebnis ist leider wenig erhellend. Ja, man fragt sich, was das Ziel der Untersuchung gewesen sein mag.

Vergleichsweise wenige Probanden wurden in vergleichsweise kurzem Zeitraum beobachtet. Objektive Daten der körperlichen Reaktion wurden mit subjektiven Aussagen des persönlichen Empfindens korreliert. Und man hat eine Bevölkerungsgruppe untersucht, die erfahrungsgemäß noch recht unempfindlich gegenüber äußeren Einflussfaktoren ist. Sie sind jung, unbelastet und unvoreingenommen.

 

Jetzt mag man einwenden, dass die Wissenschaft hier aus theoretischen Erwägungen eine gewichtige Erkenntnislücke zu schließen hatte. Dem berechtigten Anliegen, eine ausgewogene Debatte um die Einführung eines Nachtflugverbotes am Köln-Bonner Flughafen zu führen, hat das jedenfalls nicht weitergeholfen. Die Ergebnisse erscheinen so banal wie der Versuchsaufbau. Und leider könnte nun der Eindruck entstehen, die Frage nach der Beeinträchtigung durch nächtlichen Fluglärm sei nicht objektivierbar.