Krankheitsüberträger: Tropische Zecke nun auch in Rheinland-Pfalz entdeckt

Krankheitsüberträger : Tropische Zecke nun auch in Rheinland-Pfalz entdeckt

Die tropische Hyalomma-Zecke überträgt gefährliche Krankheiten und ist in diesem Sommer auch in Deutschland nachgewiesen worden. Nun wurde der Blutsauger in Rheinland-Pfalz entdeckt.

Eine tropische Zecke ist nach Funden in Niedersachen und Hessen nun auch in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Der Parasit war in der Pfalz an einem Pferd entdeckt worden, wie das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz mitteilte. Es handelt sich, wie bei den vorherigen Nachweisen, um ein Exemplar der Gattung Hyalomma.

Die Blutsauger, die vermutlich mit Zugvögeln nach Deutschland gekommen sind, gelten als Überträger von Infektionskrankheiten wie dem gefährlichen Krim-Kongofieber. Dies kann bei Menschen zu Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Oberbauchschmerzen bis hin zu Leberversagen führen. Dem Landesamt zufolge kann eine frühe Behandlung den Krankheitsverlauf mindern, eine Impfung gebe es jedoch nicht. Die Zecke gilt auch als Überträger des afrikanischen Zeckenbissfiebers. Diese Infektion kann Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie mitunter auch Hautausschlag zu Folge haben kann. Sie heilt meist folgenlos aus, nur bei Vorerkrankungen könne es schwerere Folgen haben.

Die tropische Zecke, die in den trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet ist, ist an ihren auffällig gestreiften Beinen zu erkennen. Sie ist zudem mit einer Länge bis zu zwei Zentimeter wesentlich größer als der hiesige Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Hiesige Zecken sind bisher als Überträger von Borreliose oder der nur schwer behandelbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gefürchtet.

Forscher befürchten, die tropischen Zecken könnten bei zunehmender Wärme auch in Deutschland heimisch werden. Ob diese Zeckenart hierzulande bereits heimisch ist, sei noch nicht abschließend geklärt, erklärt das Landesuntersuchungsamt.

Experten raten, sich beim Aufenthalt in der Natur vor Zeckenstichen zu schützen. Menschen sollten lange Kleidung tragen. Helle Kleidung kann zudem dafür sorgen, dass die Blutsauger leichter zu entdecken sind. Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, böte aber keinen umfassenden Schutz. Die Experten raten zudem, Kleidung nach dem Aufenthalt in der Natur zu wechseln und den Körper nach Zecken abzusuchen. Wird ein Tier gefunden, sollte dieses schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange und einer Zeckenkarte entfernt werden.

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