Waffen in den USA: Tödliche Gefahr aus dem 3D-Drucker

Waffen in den USA : Tödliche Gefahr aus dem 3D-Drucker

Waffen bequem von zu Hause aus mit dem 3D-Drucker anfertigen: Das ist nach einem langjährigen Rechtsstreit zwischen Cody Wilson und dem US-Justizministerium in den USA bald möglich.

Dass es nicht allzu schwer ist, in den USA an eine Waffe zu gelangen, ist ein offenes Geheimnis. Jetzt erhalten Waffenanhänger einen neuen Weg, um sich etwa Pistolen zu beschaffen. Nach einem langjährigen Rechtsstreit zwischen dem amerikanischen Justizministerium und Waffenrechtsaktivist Cody Wilson ist nun nämlich klar: Wilson darf Pläne ins Internet stellen, die es ermöglichen, mit einem 3D-Drucker Waffen zu fertigen - quasi bequem von zu Hause aus.

Rückblick: Der damals 25-jährige Student Wilson aus Texas schmiss 2013 seinen 3D-Drucker an, ließ damit dreidimensional passgenau die Einzelteile für ein halbautomatisches Schnellfeuergewehr im heimischen Hobby-Keller aus Hartplastik produzieren und demonstrierte per Video, dass die Waffe namens "Liberator" (Befreier) wirklich funktioniert: im schlimmsten Fall also tödlich.

Binnen zwei Tage hatten weltweit rund 100.000 Interessierte von Wilsons Internetplattform defcad.com die Bauanleitung kostenlos heruntergeladen.

Das Justizministerium verlangte von Wilson schließlich, die Pläne aus dem Netz zu nehmen - er hätte gegen das Exportverbot von Waffen verstoßen. Schließlich könne man mit der Anleitung ja auch im Ausland Waffen per 3D-Drucker produzieren. Wilson klagte vor Gericht, denn die Entscheidung des Ministeriums verstoße gegen sein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Wie der Internetdienst Wired berichtet, darf der Waffenrechtsaktivist seine Pläne allerdings wieder ins Internet stellen: Dabei habe nicht nur eine Reform der Regeln zur Exportkontrolle von Waffen geholfen, sondern auch der Regierungswechsel in den USA - von Barack Obama zur waffenfreundlichen Regierung unter Präsident Donald Trump.

Die US-Behörden hätten Cody Wilson nun einen Vergleich angeboten: Der Texaner erhält eine Sonderlizenz, die es ihm erlaubt, wieder Pläne von Waffen sowie Waffenteilen zum Download bereit zu stellen. Einem Bericht des Deutschlandfunks zufolge sind einzig Kriegswaffen von dieser Lizenz ausgenommen. Schon Anfang August will Wilson seine Pläne wieder ins Netz stellen. Ein Vorhaben, für das er von anderen Waffenanhängern auf seiner Webseite schon jetzt gefeiert wird.