Mehr als 30 Jahre nach Sturm auf See: Rätsel um angeschwemmte Garfield-Telefone gelöst

Mehr als 30 Jahre nach Sturm auf See : Rätsel um angeschwemmte Garfield-Telefone gelöst

Zeichentrick-Kater Garfield ist in Form von Plastik-Telefonen Umweltschützern in Frankreich jahrzehntelang auf die Nerven gegangen. Jetzt haben sie die Ursache gefunden.

Er ist faul und viel zu fett. Zeichentrick-Kater Garfield geht seinem Besitzer Jon Arbuckle seit mehr als 40 Jahren auf die Nerven. Die orange-getigerte Katze ist sogar schon zum "König des Cat Content", also dem König der nervigen Katzen-Videos gekürt worden.

Dem hartnäckigen Wesen Herr zu werden hat "Jon" in den Comic-Zeichnungen oft versucht und scheitert bei dem Versuch jedesmal sehenswert. Zum Schluss bekommt Garfield immer die Lasagne und den Platz vorm Fernseher.

Vielleicht sollte sich Jon einmal ein Beispiel an der französischen Umweltschutzgruppe Viltansoù nehmen. Die Ehrenamtlichen haben über viele Jahre an der Küste der Bretagne immer wieder Teile von Garfield-Telefonen eingesammelt.

Die Geräte, die mit Schnur, Tasten und dem altmodischen Pulswahlverfahren funktionieren, waren zu ihrer Zeit einst Kult. Noch heute werden sie Sammlern angeboten, weil die Plastik-Mieze mit den Augen klimpert, wenn der Hörer abgehoben wird.

Im vergangenen Jahr hatte die Umweltschutzorganisation die Nase voll von dem Telefon-Kater. Sie machten das Garfield-Telefon zum Symbol der Meeresverschmutzung an der Küste. Und mithilfe der Medien bekamen sie Oberwasser im Kampf mit dem Kätzchen. Ein Bauer hörte davon und erinnerte sich, dass er nach einem Sturm Anfang der 1980er Jahre das erste Mal eines der vierbeinigen Telefone am Meer gefunden hatte. Er führte nun eine Delegation des Umweltschutzvereins zusammen mit einem Team des französischen Senders Franceinfo in eine abgelegene Höhle an der felsigen Küste. Sie ist nur bei extremen Niedrigwasser zugänglich.

"Wir haben diese unglaubliche Felsspalte von 30 Metern Tiefe gefunden, und ganz unten sind Reste eines Containers", sagte Claire Simonin von dem Verein Ar Viltansoù, der Strände im äußersten Westen Frankreichs von Müll befreit. "Unseren Verein gibt es seit 18 Jahren, und seitdem finden wir bei fast jeder Strandreinigung Teile von Garfield-Telefonen."

Dort fand sich dann also nach gut drei Jahrzehnten das metallische "Katzenkörbchen", ein angeschwemmter Überseecontainer. Das Wasser hatte in den Jahren seine Arbeit getan und einen großen Teil der Fernsprech-Kater fortgeschwemmt. Ein Verantwortlicher des Meerespark Iroise, der sich mit auf die Suche gemacht hatte, urteilte hart über die verlorenen Plastik-Tierchen. Fabien Boileau sagte auf dem Sender: "Wenn wir über die Zersetzung von Kunststoff sprechen, endet ein Teil davon bei Mikrokunststoffen, aber es gibt auch Teile, die intakt bleiben. Wir haben es wirklich jahrelang, bevor es verschwindet."

Die Vorsitzende des Vereins, Claire Simonin-Le Meur, will diese Geschichte über die Comic-Katze aber an der Stelle nicht für beendet erklären. Wenn man sich ansehe, wo die Telefone angespült worden seien, dann wäre es wohl wahrscheinlich, dass der gefundene Container nicht der einzige war, den das Schiff in jener Zeit verloren hat. (Mit Material von AFP)

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