Tragödie bei Abschiedsgottesdienst: Pfarrer bricht nach Predigt zusammen und stirbt

Tragödie bei Abschiedsgottesdienst : Pfarrer bricht nach Predigt zusammen und stirbt

Schock für die Kirchengemeinde in Duisburg-Buchholz: Kurz nach seiner Abschiedspredigt bricht der beliebte Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel zusammen. Der Rettungsdienst kämpft noch in der Kirche um sein Leben. Er verstirbt später im Krankenhaus.

Entsetzen bei den Gläubigen in der vollbesetzten Kirche der evangelischen Trinitatis-Gemeinde im Duisburger Süden: Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel hatte gerade seine 450. und letzte Predigt in seinem Abschiedsgottesdienst von der Buchholzer Gemeinde beendet – er segnete noch die Gläubigen – dann brach er zusammen.

Der Rettungsdienst mit Notzarzt wurde informiert, doch konnte der Pfarrer nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden. Die Todesursache ist zur Zeit noch nicht klar. In der Gemeinde sprach sich schnell herum, dass Dietrich Köhler-Miggel, der 28 Jahre lang Pfarrer in der Gemeinde war und nun in den Ruhestand gehen sollte, gestorben ist. Viele Buchholzer zündeten vor der Kirche Trauerkerzen an. Der Pfarrer hinterlässt Frau, Kinder und Enkelkinder.

Im evangelischen Kirchenkreis zeigte man sich entsetzt über den unerwarteten Tod des beliebten Pfarrers. Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg und Pfarrer Dirk Sawatzki, Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis, erlebten wie alle Gottesdienstbesucher voller Entsetzen und tief betroffen den Zusammenbruch. Beide wissen, dass Pfarrer Köhler-Miggel eine schmerzliche Lücke hinterlassen wird, „die niemand schließen kann. Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei seiner Familie, mit der er seinen Ruhestand geplant hatte.“

Dietrich Köhler-Miggel war seit dem 1. Juni 1991 Pfarrer in Duisburg-Buchholz, wo er mit seiner Persönlichkeit die Kirchengemeinde entscheidend prägte. Aufgewachsen in Wanheimerort und Großenbaum machte er zunächst eine Starkstromelektrikerausbildung und wurde nach einem Studium Diplom-Ingenieur. „Dass ich dann Pfarrer wurde, war für mich gar kein Umstieg und kein Widerspruch“, sagte Köhler-Miggel noch vor wenigen Tagen zu seiner damaligen Entscheidung. Für Ingenieure gab es keine Arbeitsplätze und als Option kam für ihn nur die Kirche infrage: „Ich kannte sie schon und sie war damals für mich eine interessante Lebensform.“

Die theologische Ausbildung begann er 1979 an der kirchlichen Hochschule Wuppertal und setzte sie in Bochum fort. Danach wurde Köhler-Miggel Vikar, Pastor im Hilfsdienst und Pfarrer in Essen-Frintrop.

In seiner Duisburger Amtszeit hatte Dietrich Köhler-Miggel Kontakt mit sehr vielen Menschen: mit Gemeindemitgliedern, Menschen im Stadtteil, Eltern und Kinder bei 700 Taufen, 500 Konfirmandinnen und Konfirmanden und ihren Eltern und mit über 100 getrauten Paaren. Ebenso mit Angehörigen von Verstorbenen der rund 1000 Beerdigungen, die er durchgeführt hat.

Rund 450 ausgearbeitete Predigten zählte Dietrich Köhler-Miggel aus Gottesdiensten in der Kapelle des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses, in dem damaligen Gemeindezentrum Arche sowie in der in der Jesus-Christus-Kirche. Hinzu kamen noch etwa 300 Schulgottesdienste und ungefähr 700 Kindergottesdienste.

In der Kirche wurde nun ein Kondolenzbuch ausgelegt.

Dieser Text ist zuerst bei RP Online erschienen.

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