Öko-Test vergibt Note sechs: Nesquik-Kakao angeblich mit Mineralöl verunreinigt

Öko-Test vergibt Note sechs : Nesquik-Kakao angeblich mit Mineralöl verunreinigt

Öko-Test hat den Nesquik-Kakao von Nestlé mit der Note sechs als ungenügend bewertet. Das Produkt soll mit Mineralöl verunreinigt sein. Nestlé selbst hegt Zweifel an der Methode.

Der bei Kindern beliebte Kakao Nesquik von Nestlé ist nach Angaben von Öko-Test mit Mineralöl verunreinigt. Das Pulver weise Spuren von Mineralölkohlenwasserstoffen auf. Diese hätten bei Tierversuchen Organe geschädigt. Rückstände könnten dem Verbrauchermagazin zufolge etwa durch die Verpackung auf die Lebensmittel übergehen. Kakaobohnen und Zucker können aber auch schon während der Produktion etwa mit Schmierölen in Kontakt kommen.

Nestlé wollte das Ergebnis laut Öko-Test "so nicht akzeptieren." Man habe Zweifel an der Methode, die das beauftragte Labor verwende, teilte der Konzern schriftlich mit. Beim Kakaopulver gebe es "keinerlei Anlass für gesundheitliche Bedenken".

Die von Öko-Test beschriebenen Mineralölrückstände sind nicht die einzigen Kritikpunkte am Nesquik-Kakao. Dieser falle außerdem durch einen deutlich zu hohen Zuckergehalt, zugesetzte Vitamine und Deklarationsmängel auf.

Nestlé empfehle, zwei bis drei gehäufte Teelöffel Nesquik in ein Milchglas zu mischen. Das von Öko-Test beauftragte Labor ermittelte in einer solchen Pulverportion mehr als 7,5 Gramm Zucker. Das sei bereits mehr als die Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Menge für dreijährige Kinder.

Auf GA-Anfrage äußerte Nestlé, dass einige der Kritikpunkte "jeder sachlichen Grundlage" entbehrten, etwa die Forderung, auf dem Produkt empfohlene Nährwertangaben für Kinder zu deklarieren. "Diese Angaben sind gesetzlich in Europa leider nicht erlaubt", betonte der Konzern dem GA gegenüber und ergänzte: "Unser Kakaopulver ist sicher und entspricht den deutschen lebensmittelrechtlichen Anforderungen in jeder Hinsicht".