Mallorca: Party am Ballermann trotz Alkoholverbot

Polizei hält sich noch zurück : So wird am Ballermann trotz Alkoholverbot gefeiert

Eigentlich gelten seit dieser Saison strengere Benimmregeln am Ballermann, die etwa Alkoholkonsum auf der Schinkenstraße verbieten. Doch die Polizei auf Mallorca hält sich mit Kontrollen noch zurück. Dabei wurden im Vorfeld drastische Bußgelder angekündigt.

Kein Alkohol-Trinken mehr auf der Schinkenstraße, keine Bratwurst auf die Hand rund um den Ballermann und kein lautes Grölen und Singen auf den Straßen - der Beginn der neuen Saison an der Playa de Palma auf Mallorca sollte in diesem Jahr eigentlich viel gesitteter ausfallen als in den vergangenen Jahren. Dafür hatte das Rathaus von Palma im Vorfeld neue Benimmregeln aufgestellt, um den Party- und Sauf-Tourismus weiter zu bekämpfen.

Doch die neue Saison ist eigentlich wie immer gestartet: Schon am ersten Saison-Wochenende Ende April drängten sich hunderte Party-Urlauber bereits Stunden vor dem offiziellen Opening in den Party-Tempel "Bierkönig", so dass die Sicherheitskräfte bereits am Nachmittag Einlassstopp wegen Überfüllung verhängen mussten. Auf den Straßen wurde reichlich Alkohol konsumiert. Und auch mit Essen waren etliche Urlauber auf den Straßen unterwegs.

Denn trotz der neuen Regeln, die unter anderem den Konsum von Alkohol und Speisen auf einigen Straßen am Ballermann verbieten, ließ sich die Polizei kaum sehen. Offenbar gewähren die Beamten den Urlaubern noch eine Schonfrist.

Auch eine Woche nach dem offiziellen Startschuss hat sich daran bisher nur wenig geändert, wie eine Stichprobe des GA ergab. Zwar achten die Kellner der Lokale an der betroffenen Schinkenstraße genau darauf, dass niemand mit Getränken auf die Straße läuft - schließlich sind die Kneipen verantwortlich für ihre Gäste und zahlen Strafen bei Übertritten ihrer Kunden -, doch mit Bratwurst und Co. sind noch immer jede Menge Urlauber trotz der Verbote auf den Straßen unterwegs - und das wie immer häufig angetrunken und laut feiernd.

Hohe Bußgelder drohen

Dabei sind die Strafen bei Verstößen gegen die neuen Benimmregeln zum Teil saftig: Wer beispielsweise Getränke oder Speisen aus Lokalen mit auf die Straße nimmt und dabei erwischt wird, muss 70 bis 90 Euro Strafe bezahlen. Richtig teuer wird es dann nachts: Zwischen 24 und 8 Uhr darf Alkohol nur noch in Clubs, Bars und Restaurants konsumiert werden. Hier fällt die Strafe bei Verstoß mit bis zu 3000 Euro drastisch aus. Die gleiche Summe muss zahlen, wer am Strand, auf Plätzen oder Straßen in der Gruppe exzessiv Alkohol trinkt. Mit dieser hohen Strafe erhofft man sich, die Trinkgelage am Strand eindämmen zu können.

Lautes Rumgegröle von Besoffenen wollen die Macher der neuen Regeln künftig auch nicht mehr an der Playa de Palma erleben - und stellen für Regelbrecher in diesem Fall ein Knöllchen in Höhe von 100 bis 750 Euro in Aussicht. Die gleiche Summe wird fällig bei lauter Musik, öffentlichem Sex und Wildpinkeln.

Auch den illegalen, fliegenden Händlern an der Playa de Palma hat das Rathaus von Palma den Kampf angesagt - und nimmt dabei auch die Urlauber in die Pflicht. Wer nämlich eine Sonnenbrille, eine gefälschte Marken-Handtasche oder ähnliches bei einem illegalen Straßenhändler kauft und dabei von der Polizei erwischt wird, wird nun zur Kasse gebeten: Bis zu 750 Euro Strafe werden dann fällig.

Die neuen Benimmregeln gelten übrigens nicht nur für die gesamte Playa de Palma, sondern auch für Cala Major, die Altstadt von Palma sowie die Parteimeile Paseo Maritimo, wo unter anderem der auch bei Touristen beliebte Club "Titos" liegt. Gültig sind die Regeln bis zum 30. September.

Verhängt wurden die Strafgelder bisher aber noch nicht. Bis Mitte Mai gilt noch eine Übergangsfrist, in der allerdings eigentlich schon Verwarnungen ausgesprochen werden sollen. Ab wann die Polizei nun durchgreifen wird, bleibt abzuwarten.

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