Raupe wird in NRW zur Plage: Kommunen kämpfen gegen Eichenprozessionsspinner

Raupe wird in NRW zur Plage : Kommunen kämpfen gegen Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner wird im Rheinland zu einem immer größeren Ärgernis. In manchen Gegenden Nordrhein-Westfalens ist der Befall so gravierend, dass die Städte Fußwege sperren und in Wäldern vor dem Befall warnen.

Der Eichenprozessionsspinner wird im Rheinland zu einem immer größeren Ärgernis. Der Befall ist in manchen Gegenden Nordrhein-Westfalens so gravierend, dass die Städte Fußwege sperren und in Wäldern vor dem Befall warnen. Jüngst hatten in Mülheim an der Ruhr neun Kinder bei einem Sportfest mit allergischen Reaktionen zu kämpfen, weil sich die Raupen in den Bäumen auf dem Sportplatz befanden. Das Wichtigste zu dem Schädling im Überblick:

Was ist eigentlich ein Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Nachtfalterart. Die Vorderflügel sind grau mit dunklen Querlinien, die Hinterflügel sind weiß-gräulich. Die Raupen fressen die Blätter der Eichen. Mitte Juni wandern die älteren Raupen in einer Art Prozession in Gespinstnester am Stamm. Dort häuten sie sich. Wegen ihrer feinen Gifthärchen können sie Menschen gefährlich werden.

Wie werden Kolonien auf öffentlichem Boden bekämpft?

In den Behörden der Kommunen sorgt der Schädling derzeit für Ausnahmezustand. Die Anrufe mehrten sich stark, wie mehrere Städte in der Region bestätigten. Das Problem: Zwar können die Kommunen für Eichen auf städtischen Flächen Schädlingsbekämpfer beauftragen. Auf privaten Flächen können sie aber nicht eingreifen.

Wie häufig kommt der Schädling derzeit vor?

„Wir haben 4590 gelistete Eichen im Stadtgebiet Duisburg. Davon wurden dieses Jahr 1637 Bäume bespritzt“, sagt Peter Hilbrands, Sprecher der Stadt Duisburg. Das heißt nicht, dass alle befallen waren, denn es werden alle Eichen im Umkreis von 50 bis 100 Metern um die befallenen Bäume herum mitgespritzt. Inzwischen gebe es 96 neue befallene Stellen. In Düsseldorf ist die Situation ähnlich.

Warum ist das Problem in diesem Jahr besonders groß?

Dass die Populationen dieses Jahr so groß sind, liegt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zufolge daran, dass die Frühjahrsmonate mild waren. Im Spätsommer 2018 begünstigte zudem trockenes Wetter mit wenig Wind Falterflug und Eiablage. Da Eichenprozessionsspinner nur von städtischer Seite bekämpft werden, können sich die Tiere zudem in Privatbäumen weiter ausweiten. Die Plage ist so kaum zu stoppen. Zumal, so berichten Schädlingsbekämpfer in der Region, die Nachfrage nach Einsätzen gegen die Tiere hoch sei und deshalb teilweise Wartezeiten entstünden.

Woran erkenne ich die Raupen?

Die behaarten Raupen sind anfangs orange-schwarz längsgestreift, später gelb-grau und bis zu fünf Zentimeter lang. Sie leben ausschließlich an Eichen.

Was passiert, wenn ich mit dem Gift des Schädlings in Berührung komme?

Die Haare verhaken sich in der Haut, im Auge und, wenn sie eingeatmet werden, auch im Bronchialsystem. „Das kann zu massivem Hautausschlag führen und zu allergischen Reaktionen bis hin zu Asthma“, sagt Rudolf Lange vom Kreisgesundheitsamt Hilden. Er rät: „Hände in die Taschen, ab nach Hause, Kleidung ausziehen und waschen. Unter die Dusche, einseifen.“

Was ist zu tun, wenn ich die Tiere im Nachbargarten sehe?

Wer auf dem Nachbargrundstück eine befallene Eiche entdeckt, muss sich mit dem Besitzer auseinandersetzen. Eine Pflicht zur Beseitigung bestünde nur dann, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit gegeben ist, heißt es bei der Stadt Duisburg. Ein solcher Streit würde über das Zivilrecht gelöst werden. Auch private Waldbesitzer sind nicht verpflichtet, tätig zu werden, da es sich um eine typische Gefahr im Wald handelt.

Wie kann ich mich schützen?

Raupen oder Nester niemals berühren – auch dann nicht, wenn die Nester leer sind. Dort könnten giftige Reste liegen.

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