Haft in Kleve: Syrer aus Bonn - Anwalt legt Beschwerde nach Einstellung der Ermittlungen ein

Haft in Kleve : Beschwerde gegen Ermittlungs-Aus nach Tod von Syrer aus Bonn

Nach der Einstellung der Ermittlungen um den unschuldig eingesperrten und in Haft gestorbenen Syrer Amad A. aus Bonn hat ein Anwalt im Auftrag der Eltern Beschwerde eingereicht.

Nach der Einstellung der Ermittlungen um den unschuldig eingesperrten und in Haft gestorbenen Syrer Amad A. hat ein Anwalt im Auftrag der Eltern Beschwerde eingereicht. Im mehrseitigen Bescheid an seine Mandanten sei „keinerlei Hinweis“ zu finden, wer für die „rechtswidrige Freiheitsberaubung“ des 26-Jährigen verantwortlich gewesen sei, so Rechtsanwalt Eberhard Reinecke am Sonntag zur Deutschen Presse-Agentur.

Reinecke hat das Mandat nach eigenen Angaben erst vor rund zwei Wochen übernommen - kurz bevor die Einstellung der Ermittlungen bekannt geworden war. „Nach unserer bisherigen Einschätzung scheint die Ermittlung der Staatsanwaltschaft nicht darauf ausgerichtet gewesen zu sein, tatsächlich herauszufinden, welches pflichtwidriges Verhalten es gegeben hat, sondern es sollte vor allen Dingen ein offensichtlicher Justizskandal kleingeredet werden“, so Reinecke in einer Mitteilung.

Der Syrer war im Juli 2018 irrtümlich wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der einem anderen Mann galt. Amad A. hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt er so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags beschäftigt sich weiter mit dem Fall. Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang November mitgeteilt, dass sich gegen keinen der zwischenzeitlich acht Beschuldigten der Verdacht einer Straftat erhärtet habe.

(dpa)
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