Munition erschwerte Einsatz: Großer Waldbrand am Niederrhein gelöscht

Munition erschwerte Einsatz : Großer Waldbrand am Niederrhein gelöscht

Fast einen ganzen Tag lang wüteten die Flammen in einem Wald am Niederrhein. In der Nähe vermutete man Munition aus dem Zweiten Weltkrieg - was die Löscharbeiten erschwerte. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache.

Nach dem Großbrand in einem Waldstück in Straelen am Niederrhein hat die Feuerwehr am frühen Sonntagnachmittag ihren Löscheinsatz beendet. Mittlerweile gehe keine Gefahr mehr von möglichen Brandnestern aus, sagte Stephan Derks von der Feuerwehr Kleve. Alle Einsatzkräfte konnten nach und nach abgezogen werden. Rund 120 Feuerwehrleute aus Deutschland und den Niederlanden hatten das Feuer bekämpft, das in der Nacht zum Samstag ausgebrochen war. Betroffen war eine Fläche von mindestens 300 mal 200 Metern des 50 000 Quadratmeter großen Waldes nahe der Autobahn 40. Die Brandursache ist noch unklar.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Die Einsatzkräfte durften den Wald zunächst nicht betreten, weil in der Nähe Phosphor-Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wurden. Wegen der hohen Explosionsgefahr kam ein Löschhubschrauber zum Einsatz, der mit einem 8000-Liter-Tank Wasser aus dem Baggersee Blaue Lagune in Wachtendonk holte. Erst nach einer Untersuchung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte die Feuerwehr auch vom Boden aus löschen. Am Samstagnachmittag fällten die Einsatzkräfte Bäume, damit auch Löschfahrzeuge den Brand bekämpfen konnten.

Ein weiteres Problem stellte ein großes Reserve-Öl-Lager dar, das nur 450 Meter entfernt vom Brandort im angrenzenden niederländischen Gebiet steht. Das Feuer breitete sich aber nicht aus. „Die Zusammenarbeit der einzelnen Feuerwehrkräfte ist hervorragend“, sagte Derks über die grenzüberschreitende Arbeit am Samstag. Neben der Feuerwehr aus dem Kreis Kleve waren auch der Kreis Viersen und das niederländische Venlo beteiligt. Niemand wurde verletzt.

In der Nacht zum Sonntag und am frühen Morgen löste eine Einsatzbereitschaft aus Mülheim und Essen die Kräfte vor Ort ab, um mögliche Brandnester im Auge zu behalten. In der Nacht waren nach Angaben der Feuerwehr aber keine Löscharbeiten mehr nötig. Die Schadenshöhe sei noch unklar, in der kommenden Woche nehme das Regionalforstamt Niederrhein eine Schadensanalyse vor, so Derks.

Auch die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Am Vormittag haben Beamte die Spurensuche vor Ort begonnen, wie ein Sprecher mitteilte. Da das Feuer mitten in der Nacht ausgebrochen war, sei zu starke Sonneneinstrahlung als Ursache ausgeschlossen. Sowohl Brandstiftung als auch Fahrlässigkeit seien möglich.

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