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Ein Porträt: Der Projektleiter der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft

Beethoven 2020 : Vorfreude herrscht im Büro der Jubiläumsgesellschaft

Bereits seit drei Jahren bereitet sich die Beethoven Jubiläumsgesellschaft auf die ganzjährigen Feierlichkeiten vor. Projektleiter Elvin Ruic berichtet über die freudige Anspannung im Team.

Beinahe versteckt zwischen den Rolltreppen und dem Standesamt in der Loggia am Stadthaus hat das Büro der Beethoven Jubiläumsgesellschaft BTHVN 2020 seinen Platz. Und obwohl das Jubiläumsjahr zum  250. Geburtstag Ludwig van Beethovens unmittelbar vor der Tür steht, wirkt die Atmosphäre zwischen den Schreibtischen zunächst ruhig. Eine Uhr an der Wand zählt die Tage und Stunden bis zum 17. Dezember 2020, der Tag, an dem sich Beethovens Tauftag in Bonn zum 250. Mal jährt. Sogar eine kleine Beethoven-Figur steht auf der Treppe und lächelt. Doch schon vor dem Jahreswechsel ging es los: Das Jubiläumsjahr startete vergangenes Wochenende mit deutschlandweiten Hauskonzerten und das gesamte Projekt steht in den Startlöchern.

Schritt für Schritt erreichen die über 300 bundesweiten Projekte die Öffentlichkeit. Das macht sich auch im Büro bemerkbar: „Das Telefon klingelt deutlich öfter“, lacht Elvin Ruic. Der 28-Jährige ist seit Anfang 2018 Leiter der Eigenprojekte. Bereits seit drei Jahren arbeitet die Jubiläumsgesellschaft an der Organisation von Tausenden Veranstaltungen – doch jetzt geht es erst richtig los. „Die Vorfreude im Büro steigt, dass man nun die Ergebnisse sehen kann“, so Ruic. „Das ist, woran wir so lange gearbeitet haben.“ Hinter der Ruhe zeigen sich die hohe Erwartung und eine positive Anspannung. Ein noch nie dagewesenes Projekt trägt nun Früchte.

Hinter den Projekten stecken Monate an Planung

Gespannt ist Ruic auch auf die Resonanz der Öffentlichkeit. Denn von der eigentlichen Arbeit sehe diese nicht viel. „Das Ziel war lange sehr weit weg, und die kleinen Zwischenergebnisse und Meilensteine bekommt außer uns niemand mit.“ Ähnlich wie in einer Black Box seien die komplexen inneren Abläufe von außen nicht einsehbar. „Hinter einem Kraftwerk-Konzert auf der Hofgartenwiese stecken beispielsweise Monate an Planung.“

Doch auch die kleineren Projekte nehmen viel Teamarbeit und Organisation in Anspruch. Die 27 Millionen Euro, welche der Bund zur Verfügung stellt, wollen gerecht verteilt werden. Alle erfragten Leistungen müssen daher klar definiert und mit öffentlichen Ausschreibungen belegt werden. „Von der Idee bis zur Umsetzung ist es ein großer Blumenstrauß an Sonderfällen“, so Elvin Ruic. Dabei kennt er sich mit solchen Sonderfällen in der Organisation aus: Vor einigen Jahren veranstaltete Ruic die Partyreihe „Soundcouch“, welche rund 200 Besucher zählte. Grundsätzlich habe er das Gefühl, dass sich seine Arbeit heute nicht viel unterscheide. „Nur die Größenordnung ist eine andere, schließlich ist das öffentliche Interesse größer.“

Unter dem Motto „Beethoven neu entdecken“ soll das Projekt möglichst vielen Personengruppen zugänglich gemacht werden. Nicht nur klassische Konzerte warten auf die Besucher, sondern auch Mitmach-Aktionen, Lesungen oder Kunst in den Straßen Bonns. Auch junge Künstler und Musiker sollen dadurch erreicht werden. Jeder darf mitmachen – sei es bei Hauskonzerten, Ausstellungen oder im Rahmen des Pastoralprojekts, in dem das Verhältnis zwischen Mensch und Natur musikalisch dargestellt werden soll. Es sollen neue Zugänge geschaffen und sich auch kritisch mit dem Thema Beethoven auseinandergesetzt werden.

Im Fokus steht allerdings auch eine Nachhaltigkeit für Bonn. „Wir wollen nicht nur ein riesiges Feuerwerk zünden, sondern Beethoven in den Köpfen prägen – und das nicht nur in der klassischen Version, wie wir ihn bisher kennengelernt haben“, erklärt Ruic. Bonn sei schließlich Beethoven-Stadt.

Auch kulturell und wirtschaftlich könnten damit große Erfolge verzeichnet werden; und Akteure, Partner und Agenturen könnten auch in Zukunft gemeinsam zusammenarbeiten. „Es ist aufregend zu sehen, wie die Projekte einer fast schon überdimensionierten Vision tatsächlich realisiert werden“, erzählt er mit einem Lachen. „Ihr dürft gespannt sein.“