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Die PferdeApp aus Bonn: "Die Höhle der Löwen"-Investoren ziehen Bilanz

Bilanz der 6. Staffel „Die Höhle der Löwen“ : Pferde-App aus Bonn begeistert Investor Maschmeyer

Vor kurzem flimmerte die vorerst letzte Folge der aktuellen sechsten Staffel der Unternehmershow „Die Höhle der Löwen“ über die Bildschirme. Weiter geht es im Frühjahr des kommenden Jahres. Jetzt ziehen die Löwen Bilanz.

Auch in der sechsten Staffel „Die Höhle der Löwen“ gab es wieder jede Menge Start-ups und Deals. Unter anderem überzeugten Unternehmerinnen aus Bonn die Löwen mit ihrer PferdeApp, und auch Elias El Gharbaoui aus Bornheim gewann einen Investor für sich - wenn auch nicht auf Dauer.

Maschmeyer beeindruckt von Gründerinnen aus Bonn

Welche Deals den Investoren besonders in Erinnerung geblieben sind und wie die Bilanz der sechsten Staffel ist, berichten die Löwen jetzt. So etwa Carsten Maschmeyer, der in die Pferde-App investiert hat, die von zwei Bonnerinnen gegründet wurde. „Zwei beeindruckende Gründerinnen“, resümierte Maschmeser dem GA gegenüber. Das Interessante an der PferdeApp sei, „dass diese Entwicklung auf viele andere Bereiche ausgeweitet werden könnte“, sagte er weiter.

Finanzunternehmer Maschmeyer räumte auch ein, dass er sich geärgert habe, den Deal mit „skill4school“ nicht bekommen zu haben. Hohepunkt war allerdings für ihn „Dr. Christoph Rupp mit seinem neuartigen Angelköder iCapio“, der dem Erfinder nach der Sendung regelrecht aus den Händen gerissen worden sei, so Maschmeyer.

Aber auch Judith Williams, die in der sechsten Staffel Deals mit „Elixr“, „Bitterliebe“ und „Jagua for you“ abgeschlossen hat, oder Dagmar Wöhrl, die in derselben Staffel in „Noveltea“, „Refresh“ und „Guatavita Panela“ investiert hat, konnten Erfolge aufweisen.Georg Kofler sagte auf GA-Anfrage: „Bis jetzt habe ich einen Deal abgeschlossen, mit ‚WeeDo funwear’.“

Geplatzte Deals gab es auch in der „Höhle der Löwen“

Doch es gab auch Deals, die die Löwen in der Sendung zwar zunächst abschlossen, die nachher aber wieder geplatzt sind. Dazu sagt Wöhrl: „’Rezemo’ ist ein Deal, der nach der Sendung nicht zustande gekommen ist. Bei diesem Deal waren drei Löwen beteiligt, und da gestaltet sich der Vertragsabschluss immer etwas schwieriger, da jeder Löwe ja unterschiedliche Herangehensweisen hat.“ Am Ende sei es aber eine Entscheidung der Gründer gewesen, weil sie sich auf das Kaffee-Kapsel-Geschäft konzentrieren wollten, „während wir Löwen eher die Gesamtlösung für Verpackungen allgemein vor Augen hatten.“ Wöhrl stehe aber immer noch mit den Gründern in Kontakt. Die weiteren zwei Löwen, die sich an diesem Deal beteiligt haben, waren Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer.

„Leider haben wir drei Deals letztendlich nicht unterschreiben können, weil die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Investment nicht gegeben waren“, sagt außerdem Kofler. Es handele sich um die drei Startups „YAB – Your Active Body“, „Everest Climbing“ und „Skills4School“.

Auch bei Williams ist ein Deal nach der Show geplatzt, nämlich mit „Jagua for you“. In „Die Höhle der Löwen“ präsentierte Gründerin Janet Carstensen ein Hautgel für temporäre Tattoos. Williams und Nils Glagau wollten beide investieren. Da dies die Gründerin vor eine schwierige Entscheidung stellte - beide seien ihre Wunschkandidaten - machten Williams und Glagau ihr einen Vorschlag: Sie teilten sich die Beteiligung und investierten gemeinsam 150.000 Euro für 30 Prozent. Zwar waren das mehr Anteile als sich die Gründerin ursprünglich erhofft hatte, doch sie sagte zu. Letztendlich wurde aus dem Trio nichts - nur Glagau investierte. Trotzdem hält Williams den Kontakt zu dem Unternehmen nach eigenen Angaben nach wie vor aufrecht.

Ärger nur von kurzer Dauer

Wenn sie einen Deal mal nicht bekommt, ärgert Wöhrl sich nach eigenen Angaben nur kurz. „Ich hadere nicht lange mit den Entscheidungen der Gründer, denn für mich gilt es, sich immer sofort wieder auf den nächsten Pitch zu konzentrieren“, sagt sie, und auch Kofler äußert sich ähnlich: Er ärgere sich nicht oder nur ganz kurz, dann freue er sich schon auf den nächsten Pitch. Zusammenfassend sagt Investorin Wöhrl: „Ich kann aber sagen, dass es in den Staffeln davor mehr Produkte gegeben hat, bei denen ich gerne den Zuschlag erhalten hätte. Insofern bin ich mit meiner diesjährigen Ausbeute sehr zufrieden.“

So verwundert es nicht, dass Wöhrl einige Momente positiv in Erinnerung geblieben sind. Sie nennt „sehr beeindruckende Gründer“ und „faszinierende Produkte“, etwa die natürliche Zuckeralternative „Guatavita Panela“ sowie deren Gründerin Anna Segovia. Besonders freue sie sich darüber, dass sie sich „gegen Ralf Dümmel behaupten konnte.“ Dümmel wollte sich auf die Nachfrage zu seiner Bilanz zwar äußern, seine Antworten stehen aber noch aus.

Positiv schaut auch Kofler auf die bisher ausgestrahlte sechste Staffel zurück. An ein Produkt erinnert er sich bestens: „In Erinnerung bleiben mir sicherlich der Pitch mit Gründer Rubin Lind und seinem ‚Skills4School’ mit Carsten Maschmeyer“, sagt Kofler. Außerdem denke er gerne an seine „fundierte Absage an SIRPLUS“ zurück. Auch Maschmeyer erinnert sich an den Auftritt des jüngsten Gründers und seiner Idee von „skill4school“. „Rubin Lind hat uns alle sehr beeindruckt. Leider ist der Deal nicht zustande gekommen, da ein Altinvestor spezielle Sonderrechte hatte“, blickte Maschmeyer noch mal zurück.

Indes waren die Investoren Frank Thelen sowie Nils Glagau „aus Zeitgründen“ nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Thelen verweist auf einen Blogbeitrag, in dem er sich allerdings nur auf seinen Ausstieg bezieht.