Falsche Polizisten aus Dormagen: Angeklagte Trickbetrüger waren auch in Bonn unterwegs

Falsche Polizisten aus Dormagen : Angeklagte Trickbetrüger waren auch in Bonn unterwegs

Zwei Männer aus Dormagen sollen in den organisierten Betrug mit der sogenannten Polizisten-Masche verwickelt sein. Einer von ihnen hat nun in dem Düsseldorfer Verfahren ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Im Prozess um „falsche Polizisten“ hat ein mutmaßlicher Trickbetrüger in Düsseldorf ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der angeklagte 27-Jährige aus Dormagen räumte am Mittwoch vor dem Landgericht ein, mehrere Senioren aus Bonn und Aachen um ihr Erspartes gebracht zu haben. Aus Callcentern in der Türkei seien die Opfer angerufen worden. Die Anrufer hätten sich als Polizisten namens „Lehmann“, „Brenner“ oder „Jung“ vorgestellt und den Opfern mitgeteilt, dass sie im Visier von Einbrechern seien.

Sicherheitshalber sollten die Angerufenen ihr Erspartes der Polizei übergeben. In einem Fall habe ein Opfer daraufhin Umschläge mit 20.000 Euro Bargeld unter ein Auto vor seiner Haustür gelegt. In Lindlar seien Senioren um Schmuck im Wert von 150.000 Euro gebracht worden.

Der Angeklagte habe der Bande als Abholer des Geldes gedient. Durch Drogenkonsum, Glücksspiel und Arbeitslosigkeit sei er in Geldnot geraten und habe schließlich den 33 Jahre alten Mitangeklagten um Geld gebeten. Der habe ihm stattdessen die Rolle als Abholer angeboten. Zehn Prozent der Beute habe er dafür behalten dürfen. Der 27-Jährige hatte sich selbst der Polizei gestellt.

Beiden Angeklagten drohen wegen bandenmäßigen Betrugs mehrjährige Haftstrafen. Sie sollen Senioren in Nordrhein-Westfalen um insgesamt mehr als 350.000 Euro betrogen haben. Das Düsseldorfer Landgericht hat für den Fall bis Mitte Februar drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Obwohl seit Jahren vor der Masche gewarnt wird, fallen immer wieder Opfer auf das Spiel mit der Angst vor Kriminalität herein: In NRW wurden 2017 rund 10.000 Betrugsfälle mit dieser Masche registriert. Woher die Anrufe eigentlich kommen, ist dabei nicht erkennbar: Auf dem Telefon-Display der Angerufenen erscheint die Notrufnummer 110 samt deutscher Ortsvorwahl.

Erst im vergangenen Dezember war ein 48-Jähriger wegen der Betrugsmasche in Düsseldorf zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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