Vom Fluch des Geschenkeeinpackens

Schöne Bescherung!

Die Stärke des Geschenkpapiers ist entscheidend dafür, dass die Geschenke später auch formschön sind.

Symbolfoto.

BONN. Weihnachten: Zeit, zur Ruhe zu kommen und seine Lieben zu beschenken. Aber auch: Zeit, die Geschenke einzupacken. Jedes Jahr aufs Neue eine Katastrophe - jedenfalls für GA-Volontär Laszlo Scheuch, der hier sein Leid schildert.

Wer zur Weihnachtszeit einen Nebenjob sucht, wird in vielen Geschäften fündig. Da wird nicht nur Personal gesucht, weil der Kundenandrang höher als im Rest des Jahres ist. Gefragt sind auch gekonnte Geschenkeeinpacker. Falls Sie sich jemals gefragt haben, ob es das wirklich braucht und es nicht jedem Schenkenden zumutbar wäre, die Präsente selbst einzupacken: Ja, diese Stellen braucht es. Sie wurden geschaffen für Menschen wie mich.

Da ich mir aber denke, persönlich eingepackt ist immer noch am schönsten, lehne ich diese Angebote Jahr für Jahr ab. Und - Überraschung - Jahr für Jahr frage ich mich wenig später, ob ich denn noch ganz bei Trost bin. Der Tag, an dem das große Geschenkeeinpacken ansteht, ist unvermeidbar. Leider ebenso unvermeidbar ist, dass das Zimmer anschließend so aussieht, als hätte ein Hund diverse Rollen Geschenkpapier zerfetzt, und ich danach in bester Glühweinlaune bin - und das nicht um des Geschmackes Willen.

Aber mal ehrlich: Warum zur Hölle sind etwa Flaschen in der Regel rund und Kissen weich? Könnten diese Dinge doch alle bloß schön rechteckig sein, das Geschenk sähe zumindest auch eingepackt noch nach Geschenk und nicht nach Flasche oder Kissen im Geschenkpapiermantel aus. Denn eines muss man meinen Präsenten lassen: Sie sind doppelt und dreifach eingepackt, zumindest teilweise.

Teilweise? Ja, teilweise. Oder kennen Sie das etwa nicht, dass beim Einpacken das Geschenkpapier reißt und ein hässliches Loch auf einmal den Inhalt offenbart? Der Profi würde nun wohl von Neuem beginnen. Das geht bei mir aus zweierlei Gründen nicht. Erstens: Zu viel Geschenkpapier ist bereits dem ersten Einpackversuch zum Opfer gefallen, zweitens: Meine Laune kann nicht tiefer als auf Null fallen und würde einen weiteren Versuch nicht überleben. Wie bei so vielen Dingen muss man sich bloß zu helfen wissen. Ein kleines "Pflaster" aus Geschenkpapier gebastelt, auf die offene Stelle geklebt und zack - ist das Geschenk fertig.

Gefühlt wenige Stunden später ist es unter Umständen sogar noch mit Geschenkband verziert. Schön gekringelte, glitzernde Schleifen. Also so in der Art zumindest. Schöne Bescherung!