Erst ein Richter hat Mitleid

Millionär stirbt nach 42 Jahren Ehe und vererbt Frau keinen Cent

Bei der Rentenlücke zwischen Männern und Frauen ist Deutschland Spitzenreiter.

Keinen Cent vererbte ein britischer Millionär seiner Ehefrau (Symbolfoto).

Pembrokeshire. Ein britischer Millionär starb im Alter von 94 Jahren an Krebs. Seiner Frau sagte er, sie müsse sich nach seinem Tod keine finanziellen Sorgen machen. Es kam anders - stattdessen freuten sich zwei andere Personen.

42 Jahre lang Seite an Seite - das klingt nach einer glücklichen Ehe. Der Schein trügt: Der britische Millionär Wynford Hodge, der Besitzer eines großen Campingplatzes in Wales war und zudem ein großes Anwesen in Amroth sein Eigen nannte, starb im Alter von 94 Jahren an Prostatakrebs. Seiner Frau Joan Thompson und deren vier Kindern vererbte allerdings keinen Cent. Zwei Mieter seines Anwesens hingegen freuten sich über einen Geldsegen. Die hätten den Millionär während seiner Krankheit unterstützt - unter anderem beim Einkaufen geholfen. Das berichtet die britische Zeitung "The Sun".

Für Thompson muss Hodges Entscheidung eine große Überraschung gewesen sein. Noch am Sterbebett soll der Millionär ihr nämlich versichert haben, dass sie nach seinem Tod gut versorgt sei. Die 79-Jährige musste infolgedessen von Sozialleistungen unterstützt in einem Pflegeheim leben.

Ein Richter hatte schließlich Mitleid mit der Seniorin: Er entschied, dass Hodge seinen Pflichten als Ehemann nicht nachgekommen sei und dass der Frau durchaus Geld aus seinem Vermögen zustehe. Es sei ein "Fehler", dass sie nach dem Tod ihres Ehemannes keine finanzielle Unterstützung mehr benötige. Er schrieb ihr ein Cottage im Wert von 225.000 Pfund auf Hodges Anwesen zu. Zudem erhält die Witwe rund 190.000 Pfund, um das Cottage zu sanieren.