Kommentar zu Luke Mockridge

Kalkuliertes Verhalten eines Quotenbedürftigen

Luke Mockridge, Comedian, steht mit einer Banane in der Hand auf der Bühne des "ZDF-Fernsehgarten".

Luke Mockridge, Comedian, steht mit einer Banane in der Hand auf der Bühne des "ZDF-Fernsehgarten".

Bonn. Erst der Auftritt im ZDF-Fernsehgarten, nun die Erklärung drei Tage vor Beginn der eigenen Show: Das Verhalten von Luke Mockridge passt ins PR-Schema eines Quotenbedürftigen, kommentiert GA-Redakteur Bernward Klein.

Seid Ihr alle da? Ja, kommt die Antwort aus dem Publikum im Seniorenalter. Aber nicht mehr lange!, hallt es mit Ottos Stimme zurück. Witze über Alte hat schon Herr Waalkes gemacht, längst selbst im Seniorenalter, doch vermutlich für seine eigene Boshaftigkeit noch durchaus empfänglich. Das Terrain des Humoristen ist ein weites Feld, und Comedians erkunden heutzutage selbst entlegene Winkel, um sie zu beackern. Nicht immer allerdings trägt dieses Feld genießbare Früchte. Aber wer weiß schon, was Luke Mockridge für geschmackvoll hält.

Es war von sehr überschaubarer Komik, als der tatsächlich einmal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Comedian sich in einer Livesendung zum Affen machte und vor laufender Kamera über Senioren herzog, die sich im ZDF-„Fernsehgarten“ mit einiger Sicherheit nicht zur Publikumsbeschimpfung versammelt hatten. Es kündet nicht vom Mut zur humoristischen Grenzüberschreitung, sich mit einer gezielten Provokation erst ins Gespräch zu bringen und den kalkulierten Skandal dann zum Werbeaufhänger für die eigene Show zu machen. Die Spannung, in den Kontext welchen „Gesamtkunstwerks“ der 30-Jährige seinen Auftritt setzen will, hält sich da sehr in Grenzen.

Sich termingerecht vor Beginn seiner Show noch einmal zu wundern, was von seinem ZDF-Auftritt an Aufheben gemacht worden sei, passt ins PR-Schema eines Quotenbedürftigen. Man muss dieses Bedürfnis nicht befriedigen.