20.000 Fans in der Lanxess-Arena: Wie Seeed das Publikum in Köln begeistert

20.000 Fans in der Lanxess-Arena : Wie Seeed das Publikum in Köln begeistert

20.000 Fans haben die Erfolgsband Seeed am Montagabend in der Kölner Lanxess-Arena gefeiert. Es war das erste von drei Konzerten in der Domstadt, die es Peter Fox scheinbar besonders angetan hat.

Um 22.14 Uhr ist die Stimmung schon so ziemlich auf dem Siedepunkt. Der Innenraum der Kölner Lanxess-Arena muss, von oben betrachtet, aussehen wie ein wogendes Meer aus hochgereckten Armen, die rhythmisch von einer Seite zur andern rudern. Aber Pierre Baigorry alias Peter Fox ist das nicht genug. „Ihr seid definitiv, und das sage ich jetzt nicht, weil wir hier sind, unsere zweitliebste Stadt, was Konzerte angeht – direkt nach Berlin!“, legt er nach. Und alle, alle jubeln ihm zu. „20 000 echte Menschen!“, freut sich Baigorry.

Dazu hat der 48-jährige Sänger, der zusammen mit Frank Dellé (49) die Front von Seeed regiert, auch allen Grund. Sämtliche Konzerte der diesjährigen Tour der Berliner Band sind ausverkauft. Was, nach Baigorrys Rechnung, allein in Köln, summa summarum, 60.000 Fans ausmacht. Dort sorgte die pulsierende „Berliner Mische“ aus Reggae, Dancehall und Hip-Hop nicht nur Montag und Dienstag für ein volles Haus, sondern wird das Ende November erneut tun. Dann steigt die Sause in Seeeds zweitliebster Stadt zum dritten Mal.

Für ihr gerade erst veröffentlichtes, fünftes Studioalbum „Bam Bam“ haben sich die Chef-Dubber sieben lange Jahre Zeit gelassen. Und vergangenes Jahr einen schweren Verlust erlitten. Demba Nabé, der dritte Sänger der Band, starb im Alter von nur 46 Jahren. Da war die aktuelle Tour schon angekündigt – und anfangs war fraglich, ob sie stattfinden würde. Jetzt muss es ohne Nabé gehen. Dabei ist er trotzdem.

In Gedanken, in Worten und in Taten. „Demba – das ist für dich“, kündigt Baigorry das Stück „You & I“ an – und die Fans verwandeln mit ihren Handy-Taschenlampen die Arena in ein funkelndes Sternenzelt. Tausende von Lichtern, zu Ehren des einen, der unvergessen ist. Und sie bestimmt genossen hätte, diese fast zweistündige Wahnsinnsshow, die Musik aus 18 Jahren in einen gefühlten „Augenbling“ verwandelte. Mit Wucht und Schmackes und Verve, rasanter Brass-Sektion und fetten Grooves, mitunter so tieffrequent, dass es einem die Kehle zusammenpresste. Aber durchweg so angenehm differenziert, dass der Sound nie Gefahr lief, zur tonalen Abrissbirne zu mutieren.

Mitsamt der Choreografien, die einer Boygroup keine Schande machen würden, dem bildschönen Bühnenbild mit zwei gigantischen Lautsprecherboxen rechts und links, die variabel als Projektionsflächen eingesetzt werden, und Baigorry-Sprüchen wie „Liebe Kölnerin, schüttel’ alles, was du dabei hast! Lieber Kölner – du natürlich auch!“ wird daraus ein Fest. „Sie ist geladen“ heißt der aktuelle Durchstarter von „Bam Bam“. Wir auch. Wir sind voll auf Seeed-Speed.

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