Tatort "Echolot": Programmierter Mord

Tatort "Echolot" : Programmierter Mord

Im Bremer Tatort „Echolot“ ermitteln die Polizeibeamten im digitalen Raum. Das Tablet wird zur Bezugsperson.

So schnell geht Wiederauferstehung. Eben noch war Vanessa Arnold (Adina Vetter), Mitgründerin eines Bremer Start-up-Unternehmens, das Opfer eines tödlichen Autounfalls. Kurz darauf telefoniert die „Tote“ mit Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel).

Der Bremer Tatort „Echolot“ ist nicht etwa im Universum des Fantasy-TV gelandet, sondern in der der Welt der Digitalisierung. Vanessa Arnold hat eine digitale Assistentin, Nessa, die nach dem Tod des Originals weiterlebt.

Die mit reichlich künstlicher Intelligenz ausgestattete Nessa sieht aus wie Vanessa und kommuniziert im identischen Duktus via iPad mit der Tochter (Emilia Pieske) der Verstorbenen, genauer gesagt: der Ermordeten.

Das Tablet wird zur Bezugsperson

Lürsen und ihr treuer Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) fremdeln anfangs mit der neuen digitalen Welt. Unsicheren Schrittes bewegen sie sich im schicken Ambiente der Firma Golden Bird Systems. Dort arbeiten nerdige Programmierfreaks und gewiefte Verkäufer wie Kai Simon (Lasse Mohr). Kai sagt: „In unserer Branche ist eine Woche ein Jahr.“ Und der Programmierer immer der Mörder?

Fürs Drehbuch zeichnen gleich vier Autoren verantwortlich. Immerhin zwei Regisseure, Claudia Prietzel und Peter Henning, haben „Echolot“ inszeniert. Sie machen den Zuschauer mit einer ebenso faszinierenden wie abschreckenden Wirklichkeit bekannt. Das Tolle an diesem Tatort besteht aber darin, dass die Lösung des Mordfalls erprobten Ermittlungsmethoden zu verdanken ist. Klassische Polizeiarbeit, freut sich Stedefreund, bringt den Täter zur Strecke.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.

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