Zweite Folge "Höhle der Löwen": Millionendeal für Kaffekapseln platzt doch noch

Zweite Folge "Höhle der Löwen" : Millionendeal für Kaffekapseln platzt doch noch

Umweltfreundliche Kaffeekapseln oder auch ein Laufband zum Klettern: In der neuen Folge von "Die Höhle der Löwen" haben wieder einige Gründer ihre Ideen vorgestellt. Welche konnten überzeugen?

Die Jagd auf vielversprechende Gründer in der Höhle der Löwen geht in die nächste Runde. Der Bonner Unternehmer Frank Thelen, Beauty-Expertin Judith Williams, Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl, Medienunternehmer Georg Kofler, Handelsmogul Ralf Dümmel und Neu-"Löwe" Nils Glagau lauerten in der Höhle der Löwen wieder auf lukrative Geschäftsideen.

Und die Gründer haben geliefert: In der zweiten Folge der sechsten Staffel wurden wieder die unterschiedlichsten Start-ups präsentiert: die Kaffeekapsel aus Holz "Rezemo", die Musik-App "Sofa Concerts", die Kletterlaufband "Everest Climbing", die Tierarzt-App "Vetevo" und "Soummé", ein Deo, das bei krankhaftem Schwitzen hilft.

"Rezemo" – Kaffeekapseln aus Holz

Wer viel Kaffee trinkt und eine Kapselmaschine benutzt, verursacht mit jeder Tasse Müll. Genau da wollen Stefan Zender (26) und Julian Reitze (27) ansetzen. "Wir revolutionieren den Markt für Kaffeekapseln": Das haben sich die beiden Gründer vorgenommen. Kaffeekapseln gibt es bisher nur aus Aluminium oder Plastik. "Rezemo" bietet Kapseln aus Holz an.

500.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile fordern die beiden. Davon versprechen sie sich Vertrieb und Marketing. "Das ist für mich eine der großen Passionen, dass wir diesen Planeten behalten können", sagt Thelen, und legt ein Angebot auf den Tisch: 500.000 Euro für 20 Prozent. "Gründer super und Produkt super", schließt Wöhrl sich an. Sie möchte zusammen mit Dümmel und Maschmeyer ein Investment-Angebot abgeben. "Für das, was wir vorhaben, werden die 500.000 Euro nicht reichen", meint Wöhrl. Deswegen: 750.000 für 25 Prozent Firmenanteile.

Doch Stefan Zender und Julian Reitze bleiben hart: Von der Bewertung ihres Unternehmens wollen sie nicht abrücken. Doch das nächste Angebot beeindruckt: Eine Million Euro für 20 Prozent der Firmenanteile lautet der Deal, mit dem die beiden schließlich die Höhle verlassen, und die Löwen beeindruckt zurücklassen: "Ich schwitz wie sonst was, ich bin fix und fertig", meint Dümmel.

Doch nach der Sendung platzte der Deal wieder, wie die Gründer in einer Pressemitteilung verlauten ließen. Offenbar sei man bezüglich der strategischen Ausrichtung von "Rezemo" unterschiedlicher Auffassung.

"Sofa Concerts" – Das private Wohnzimmerkonzert

Beim nächsten Pitch geht es um Musik. Mit "Sofa Concerts" kommen Miriam Schütt (32) und Marie-Lene Armingeon (31) in die Höhle der Löwen. Mit ihrer Website ermöglichen sie private Konzerte im eigenen Wohnzimmer. 5000 Künstler findet man bereits auf "Sofa Concerts".

Von den Löwen möchten die Gründer 350.000 für zehn Prozent. Die Zielgruppe sind aber nicht nur private Kunden, sondern auch Unternehmen. Aus Sicht der Löwen passt das nicht zusammen. Alle steigen aus -- bis auf Georg Kofler, der von der Geschäftsidee begeistert ist. "Super. Ich bin dabei. Aber jetzt müssen wir noch einmal über das Geld reden", sagt er. Für den Einsatz von 350.000 Euro möchte er 30 Prozent der Firmenanteile. Zu viel für die Gründerinnen, die eigentlich nur ein Drittel davon abgeben wollten. Das Gegenangebot bleibt aus. Am Ende verlassen Miriam Schütt und Marie-Lene Armingeon die Höhle der Löwen ohne Deal.

"Everest Climbing" – Ein Laufband zum Klettern

Sich jederzeit fühlen, als würde man einen Berg besteigen. Das versprechen die Gründer Dariusz Salamonowicz (44) und Piotr Malecki (60), die für die Höhle der Löwen extra aus Polen angereist sind, von ihrer Kletterwand "Everest Climbing", einem vertikalen Laufband zum Klettern. Kletter-Fan Georg Kofler geht es beim Ausprobieren nicht schnell genug: "Machen Sie mal ein bisschen mehr Dampf". Aber: "Das ist super fürs Konditionstraining", sagt er.

Um das Unternehmen weiterzubringen, benötigen die Gründer 220.000 Euro von den Löwen. 15 Prozent Firmenanteile würden sie dafür abgeben. Aber die Verkaufszahlen überzeugen die Löwen nicht. 2018 verkauften die Gründer nur sechs ihrer Kletterwände, den Rest der Einkünfte nahmen sie durch das Vermieten der Wände ein. Dagmar Wöhrl ist der Markt zu klein, Nils Glagau und Ralf Dümmel glauben nicht an das Produkt. Wieder ist nur Hobbykletterer Georg Kofler interessiert. Für 30 Prozent Firmenanteile investiert er schließlich 220.000 Euro.

"Vetevo" – Ein digitaler Tierarzt

Mareile Wölwer (25) will die Gesundheit von Tieren verbessern. Mit ihrer App "Vetevo" lässt sich laut der Gründerin vermeiden, dass Tieren unnötig viele Medikamente verabreicht werden: "Vetevo kann man sich vorstellen wie einen digitalen Tierarzt". Mit der App könne man übersichtlich steuern, welche und wie viele Medikamente überhaupt benötigt werden. Mit einem Schnelltest könne geprüft werden, ob ein Pony etwa eine Wurmkur benötigt.

1,1 Millionen Euro will die Gründerin für zehn Prozent der Firmenanteile. Für die Löwen zu viel: "Ich bin nicht jemand, der für alles eine App braucht", meint Dagmar Wöhrl. "Also ich finde, das ist ein super Thema", sagt Dümmel. Aber auch für ihn ist die Bewertung von elf Millionen Euro zu hoch. Der Rest der Löwen stimmt zu. "In ihrer Bewertung ist der Wurm drin. Da sollten Sie mal einen Bewertungs-Wurmtest machen", meint Maschmeyer. Enttäuscht und ohne Deal verlassen die "Vetevo"-Gründer die Höhle der Höhlen.

Soummé – Die Hilfe bei krankhaftem Schwitzen

"Ich könnte heute nicht so leicht vor ihnen stehen, wenn mein eigenes Produkt nicht mein größtes Problem gelöst hätte", sagt Gründerin Sümmeyya Bach zu Beginn ihres Auftritts. Die 31-Jährige leidet an Hyperhidrose, an krankhaftem Schwitzen. Mit ihrem Produkt Soummé habe sie ihr Problem gelöst und das Schwitzen um 90 Prozent reduziert. Die Wirkstoffe verengen die Kanäle der Schweißausgänge statt sie zu verstopfen. Das Deo sei sowohl für Extremschwitzer als auch für Normalschwitzer geeignet.

Über 40.000 Kunden kann die Gründerin bereits vermelden. Das überrascht die Löwenrunde. "Das, was Sie geleistet haben, ist eine Leistung, die unglaublich ist", findet Ralf Dümmel. Um mehr Marketing machen zu können, braucht Sümmeyya Bach 150.000 Euro für zehn Prozent des Unternehmens. Der Kampfgeist der Gründerin beeindruckt die Löwin. Vor allem Judith Williams, die ein Angebot von 150.000 Euro für 20 Prozent auf den Tisch legt. Ralf Dümmel bietet das gleiche. Georg Kofler zieht nach, und bietet 200.000 Euro für 15 Prozent des Unternehmens. Sümmeyya Bach entscheidet sich schließlich für den Deal mit Ralf Dümmel.

Mehr zum Thema "Höhle der Löwen" gibt es in unserem Special.

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