50 Jahre Mondlandung: Diese Lieder über den Mond sollte man kennen

50 Jahre Mondlandung : Diese Lieder über den Mond sollte man kennen

Wie oft ist er besungen worden? Unzählbare Songs haben den Erdtrabanten zum Thema, denn nicht nur Hunde heulen ihn an, auch wir Menschen schmachten nächtens gen Himmel und haben die eine oder andere Liedzeile auf den Lippen.

„Fly me to the moon“ – der Astronauten-Soundtrack

„Fly me to the moon, let me play among the stars – let me see what spring is like on Jupiter and Mars.“ Auch wenn es 1969 nicht bis zu diesen weit entfernten Planeten gehen sollte und die Reise zum Mond alles andere als „ein Spiel bei den Sternen“ war, hatten die Astronauten den Song im Gepäck. Was damals hieß: auf einer Kassette, die in einem Kassettenrekorder abgespielt werden konnte. Bart Howard hatte das Lied 15 Jahre zuvor geschrieben. Kaye Ballard nahm es als Erste auf – noch unter dem Titel „In other words“ und als romantische Ballade im 3/4-Takt. Viele andere folgten. 1964 hauchte Quincy Jones der Nummer ein zweites Leben ein, und bis heute gilt diese von Frank Sinatra und Count Basie eingespielte Fassung als die ultimative. Und sie war es dann auch, die Armstrong und Co. ins All begleitete – und darüber hinaus: Diana Krall sang das Lied auch auf Neil Armstrongs Beerdigung.

Aus dem „Great American Songbook“

Wenn’s romantisch wurde oder werden sollte, brachten die an der Tin Pan Alley beheimateten Texter und Komponisten immer wieder gerne den Mond ins Spiel – und so ist das Great American Songbook gespickt mit einer Vielzahl kleiner und großer Hymnen – etwa „What a little moonlight can do“ (Harry M. Woods, 1934), „Blue moon“ (Richard Rodgers/Lorenz Hart, 1935), „Moonlight Serenade“ (Glenn Miller/Mitchell Parish, 1939), „How high the moon“ (Nancy Hamilton/Morgan Lewis, 1940), „Moonlight in Vermont“ (John Blackburn/Karl Suessdorf, 1944), „Old devil moon“ (Yip Harburg/Burton Lane, 1947). Gesungen wurden sie von Billie Holiday, Ella Fitzgerald und all den anderen Größen dieser Ära – und natürlich auch von Frank Sinatra. Der ging 1966 sogar einen Schritt weiter: Auf seinem sehr romantischen Album „Moonlight Sinatra“ widmet er sich komplett diesem Thema.

In Deutschland ist er grammatikalisch ein Kerl

Anders als bei Franzosen („la lune“), Italienern („la luna“) oder Engländern: Hierzulande (oder auch in Polen und den Niederlanden) ist der Mond männlich. Das führte zu einer gewagten sprachlichen Neuschöpfung durch den Sänger Klaus Hoffmann, als er eine deutsche Fassung zu Jimmy Webbs „The moon’s a harsh mistress“ verfasste. In diesem Lied ist der Himmelskörper eine Metapher für eine Geliebte, die im Umgang, sagen wir mal, recht schwierig ist – und abweisender als der Autor sich das wünscht. Damit er seiner sexuellen Orientierung treu bleiben kann, dichtet Klaus Hoffmann etwas holprig „Die Mondin ist ein kalter Stein“.

Die Frage nach dem Geschlecht der Bewohner

Wer dort oben wohnt, darüber scheiden sich die Geister: Da schaut einmal, la le lu, der Mann im Mond, und auch Gus Backus fragte sich 1961, als sich dem Himmelskörper die ersten Raketen näherten, ob der Mann im Mond auch schön wohnt. In der Operette von Paul Lincke ist allerdings „Frau Luna“ die Herrin des Mondes. Und auch Barbra Streisand sang 1976, sicherlich noch beflügelt vom Jahr der Frau, dass man vielleicht die Gezeiten stoppen könne, aber niemals „The woman in the moon“.

Sting als mondsüchtiger Wiederholungstäter

Ob als Frontmann von Police oder solo: Sting ließ sich mehrfach vom Mond inspirieren: Im „Moon over Bourbon Street“ folgt er 1985 den Vampiren der Autorin Anne Ryce, zwei Jahre später macht er seine „Sister Moon“ zur Verbündeten in der Nacht. Am bekanntesten dürfte aber der Hit aus Police-Zeiten sein: „Walking on the moon“, in dem ein junger Mann nach einem Stelldichein mit der Liebsten nach Hause geht und seine Art der Fortbewegung wohl der in der Schwerelosigkeit gleicht. Auf Deutsch würde man wohl sagen „wie auf Wolken schweben“...

Pink oder Pe – der Erdtrabant auf Plattenlänge

Von Pink Floyd stammt natürlich das bekannteste und mit Abstand erfolgreichste Album zum Thema, auch wenn der Mond selber nur in einer Textzeile des Songs „Brain Damage“ vorkommt: „And if the band you’re in starts playing different tunes I’ll see you on the dark side of the moon“. Mit der dunklen Seite des Mondes bezeichnete Mark Twain die dunkle, verborgene Seite, die jeder Mensch habe. Roger Waters bezieht dies unter anderem auf die psychischen Probleme des früheren Floyd-Mitglieds Syd Barrett. Die Kölnerin Pe Werner war 2009 „Im Mondrausch“ und arbeitete sich in Albumlänge am Erdsatelliten ab – mal direkt („Nur ein halber Mond“), mal assoziativ („Vollmondgesicht“), mal komisch („Mondscheinleasing“), mal romantisch („Rosa Mond“). Und des berühmtesten deutschen Liedes nimmt sie sich auch an: „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius.

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