"Unser Song für Israel": Bonnerin Makeda verpasst Sieg bei ESC-Vorentscheid nur knapp

"Unser Song für Israel" : Bonnerin Makeda verpasst Sieg bei ESC-Vorentscheid nur knapp

Was ein Krimi: Das Duo S!sters vertritt Deutschland beim kommenden Eurovision Song Contest. Die Bonner Sängerin Makeda musste sich bei dem Vorentscheid in Berlin nur knapp den Siegerinnen geschlagen geben.

Das Duo S!sters gewinnt den deutschen Vorentscheid für den 64. Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. Bei der ARD-Livesendung „Unser Lied für Israel“ konnten sie mit dem gleichnamigen Song „Sister“ bei den zwei Jurys und den Zuschauern überzeugen.

Die gebürtige Bonnerin Makeda Michalke landete auf dem 2. Platz, nur vier Punkte hinter den Siegern. Mit ihrer Power-Ballade „The day I loved you most“ hatte sie einen der dramatischsten Auftritte des Abends. In einem bodenlangen goldenen Kleid sang sie über das Vergeben und nutzte dafür das ganze Spektrum ihrer Soul-Stimme. Vom eher tiefen und ruhigen Beginn steigerte sich der Song musikalisch über den Einsatz von Streichern bis hin zu einem Finale mit Gospeleinlage. Der pyrotechnische Goldregen rundete die intensiven Schlussakkorde ab. Dabei ließ die 28-jährige Sängerin keine Unsicherheit erkennen.

Bis zum Schluss gab es keinen wirklichen Favoriten für den Sieg. Ob der stimmlich etwas schwächelnde 18-jährige Gregor Hägele mit seiner Ballade „Let me go“, R'n'B-Diva BB Thomaz mit der Dance-Nummer “Demons”, Elisabeth Brüchner alias Lilly Among Clouds mit Tanzeinlage bei ihrem sphärischen Stück “Surprise”, Linus Bruhn mit seinem eingängigen Popsong “Our city“, „Wear your love“ von Aly Ryan oder das extra für den ESC gecastete Duo S!sters mit dem Siegersong – die Kandidaten präsentierten vielfältige Popsongs. Schließlich hatten sie sich auch gegen rund 960 andere Bewerber in Auswahlrunden und einem Workshop durchgesetzt.

Die Entscheidung gestaltete sich als echter Krimi. Punkte gab es von einer 100-köpfigen Jury von ESC-Fans, die den Musikgeschmack der europäischen Zuschauer repräsentieren soll und von einer internationalen Fachjury, die bereits in Vorjahren für ihr Heimatland als Jurymitglieder Punkte beim ESC verteilt hatten. Bei der Fachjury lieferte sich Makeda und das Duo S!sters ein Kopf-an-Kopf-Rennen, am Ende fehlte nur ein Punkt für die Bonnerin, um an die Spitze der Tabelle zu rücken. Bei der Fan-Jury zog Makeda dann mit zehn Punkten wieder an S!sters vorbei. Die Entscheidung brachte dann das Zuschauervoting, wo S!sters die volle Punktzahl bekamen.

Moderiert wurde die Live-Show von Linda Zervakis und Barbara Schöneberger. ESC-Viertplatzierter Michael Schulte trat nicht nur als Intervall-Act auf, sondern unterstützte Peter Urban in der Kommentatoren-Kabine. Auch ESC-Siegerin Lena präsentierte ihre neue Single „Thank you“. Zudem gab es Musik von Revolverheld und Udo Lindenberg im Duett mit Andreas Bourani. Die nicht miteinander verwandten „S!sters“ vertreten Deutschland beim 62. Eurovision Song Contest am 18. Mai in Tel Aviv.

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