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Collegium musicum in der Uni Aula: Zuhause in der Welt der Zahlen

Collegium musicum in der Uni Aula : Zuhause in der Welt der Zahlen

Eine Doppelbegabung, die Musik und Mathematik vereint. Nein, die Rede ist nicht von dem Pianisten Kit Armstrong. Sondern von Axel Kölschbach Ortego. Der studiert die Welt der Zahlen in Bonn und Cambridge und ist zugleich ein ausgezeichneter Fagottist.

Als dieser sitzt er normalerweise in den Reihen des universitären Collegium musicum und sorgt dort für sonore Linienführung. Im Semesterabschlusskonzert seines Heimatensembles in der Uni-Aula fiel ihm jetzt allerdings die Rolle als Solist zu.

Und die füllte er mit einer untadeligen Performance aus. In Carl Maria von Webers Fagottkonzert, einem Repertoireklassiker, zeigte er die Bandbreite seines Könnens.

Dem Hauptthema des ersten Satzes, das von regelmäßigen Paukenklängen grundiert wird, verschaffte er mit rundem und fein differenziertem Spiel einen stolzen Auftritt. Als Gegengewicht hat Weber, ganz Klassiker, ein schönes, gesangliches Thema geschrieben, das Kölschbach Ortego mit weichem Ton und kluger Phrasierung wunderbar zum Sprechen brachte.

An quirligen Läufen lässt es Weber ebenfalls nicht mangeln. Der Solist soll sich schließlich in Szene setzen können. Kölschbach Ortego spulte diese Passagen nicht einfach ab, sondern kitzelte immer wieder eine dramatische Spannung heraus.

Natürlich kam ihm dabei auch eine gehörige Portion Erfahrung zugute, hat er doch mehrere Preise bei "Jugend musiziert" gewonnen und ist schon häufiger als Solist in Erscheinung getreten.

Das Collegium musicum unter der sicheren Leitung von Michael Barth war ein zuverlässiger Partner, der dem Solisten genug Raum zur Entfaltung ließ. Sehr tief empfunden gelang auch der zweite Satz, eine ruhige, poetische Welt, die Kölschbach Ortego mit einfühlsamem Spiel erkundete.

In die Rolle des Virtuosen schließlich schlüpfte er im Finale. Für die Zugabe bat er zwei Fagott-Kolleginnen auf die Bühne. Im leichtfüßigen Menuett von Henri Vachey zeigte sich dieses Trio als bestens aufeinander eingespielt. Das übrige Programm bot gewichtige Sinfonik. "Die Macht des Schicksals" tost schon in der Ouvertüre zu Verdis bekannter Oper - und das Collegium musicum setzte das sehr lebendig und feinfühlig um.

Zu guter Letzt: Antonin Dvoraks siebte Sinfonie, ein grüblerisches, tiefsinniges Gegenstück zu seiner sechsten. Jede Menge Dramatik waltet in den Ecksätzen, und das Collegium musicum wusste die scharfen Kontraste, die großdimensionierten Auf- und Abschwünge sehr plastisch und packend herauszuarbeiten.

In der, freilich nur kurz währenden, Idylle des zweiten Satzes, gefielen, nicht zum ersten Mal an diesem Abend, die Holzbläser. Daneben gab es die eine und andere verrutschte Hornpartie. Aber die kann heute Abend, in der Wiederholung des Konzerts (20 Uhr, Aula) ja noch besser werden.