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Georg Schramm im Bonner Pantheon: Yoda und die Dialektik des Bösen

Georg Schramm im Bonner Pantheon : Yoda und die Dialektik des Bösen

Dass ihn jemand mit Meister Yoda verglichen hat - dem spirituellen Anführer der Jedi-Ritter, der kraft seiner Gedanken Dinge bewegen und das Böse abhalten kann - das fand Lothar Dombrowski zunächst recht schmeichelhaft. Doch dann, so erzählte das Alter Ego des Kabarettisten Georg Schramm jetzt im ausverkauften Pantheon - habe er sich "Star Wars" mal angesehen und sei von dem kleinen grünen Männchen mit dem gewöhnungsbedürftig verdrehten Satzbau ziemlich enttäuscht gewesen.

Denn auch Dombrowski hat sich dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Was dieser Tage allerdings anders aussieht als die glänzende schwarze Rüstung von Darth Vader. Es trägt vielmehr banale Züge, und die sind in der Tat zum Fürchten ... wenn Wissen nur einer gierigen Elite zukommt, wenn es vorrangig dazu dient, die Masse Mensch zu manipulieren und klein zu halten, und wenn - wie Adorno schrieb - "die vollends aufgeklärte Erde im Zeichen triumphalen Unheils erstrahlt."

Wer die Dialektik der Aufklärung nicht kennt, mag stattdessen mit dem liebenswerten und rührend naiven Sozialdemokraten August davon träumen, dass ziviler Ungehorsam noch etwas nütze. Frei nach Papst Gregor I.: "Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht."

Das verspricht zumindest einen Funken Hoffnung. Den Dombrowski seinem Bonner Publikum zwar gönnt, aber selbst kaum mehr hat. Bliebe noch die Frage, wann es Zeit ist, zu gehen. An Schramm gerichtet, lautet die Antwort: Am besten nie. So wie Yoda.