Wenn die Pointen nahe liegen

Wanninger und Rixmann im Bonner Pantheon

Bonn. Dass die Teilnehmer der legendären Kölner Stunksitzung nicht immer auch in ihren eigenen Bühnenprogrammen durch Qualität überzeugen, ist eine traurige Tatsache.

Biggi Wanninger ist sogar Präsidentin der Sitzung und ihre Bühnenkollegin Anne Rixmann ist im kommenden Jahr seit einem Jahrzehnt dabei. Ihr Bühnenprogramm "Solo für zwei", mit dem sie im Pantheon gastierten, zeigt deutliche Schwächen, aber auch ein paar Qualitäten.

Wanninger und Rixmann sind nie auf den neuesten oder intelligentesten Gag aus, sondern spielen mit dem Offensichtlichen und greifen gerne zu nahe liegenden Pointen.

Ein Großteil des Humors baut auf den Unterschieden zwischen ihren Bühnencharakteren auf. Anne Rixmann spielt "Anne", die hoch gewachsene, blonde Linksintellektuelle, der Wanningers "Biggi" entgegensteht, klein, laut und aufmüpfig.

Diese Figuren gegeneinander zu steuern, erfordert nicht viel Fantasie. Ein wenig mehr Einfallsreichtum wünscht man sich vor allem dann, wenn die Damen sich mit dem Versprechen, hinter der Bühne warte Frauenschwarm Brad Pitt, gegenseitig in den Backstage locken oder beide Monologe über die jeweils andere mit dem selben Fazit halten.

Auch die Suche nach dem potenziellen Mann fürs Leben, nicht erst seit "Sex and the City" ein Standard im Repertoire jeder Komikerin, hält wenige Überraschungen parat. Zudem wirkt das Spiel stets verkrampft und gestelzt.

Am besten sind Wanninger und Rixmann, wenn sie in völlig neue Rollen schlüpfen. Als lautstarke Fans, die bei einem klassischen Konzert die Musiker anfeuern und "Diri(-gent), wir wissen wo dein Auto steht" singen oder als Senioren beim Popstarcasting mit Dieter Bohlen.

Auch in mancher Musiknummer trumpfen die Damen mit besseren Pointen, insbesondere in einer schönen Montserrat Caballé-Imitation.