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Timber Timbre in Köln: Wenig Licht, viel Atmosphäre

Timber Timbre in Köln : Wenig Licht, viel Atmosphäre

Die Alternative-Blues-Folker Timber Timbre geben sich in der Kölner Kulturkirche gewohnt geheimnisvoll und verschlossen. Die variantenreichen Interpretationen ihrer Songs sorgen dennoch für Jubel des sehr durchmischten Publikums.

So sparsam Timber Timbre auf der Bühne auch mit Ansagen verfahren: Schon vor dem Eintritt in die stimmungsvolle Kulturkirche in Köln und auch im Zuschauerbereich bekommen die Fans auf Zetteln die klare Weisung, Foto- und Videoaufnahmen zu unterlassen. Was einige ihrer Smartphone-Erinnerungen beraubt, sorgt allerdings während des Konzerts dafür, dass sich der Zuhörer voll auf die Musik konzentrieren kann und nicht ständig auf die Mini-Bildschirme seiner Vor- und Nebenmänner schauen muss.

Ohnehin wären Aufnahmen ohne professionelles Equipment schwierig geworden: Die Band lässt sich noch konsequenter nur von hinten anstrahlen als Interpol. Somit lassen sich kaum mehr als Silhouetten erkennen. Doch die Geheimnistuerei passt zu dieser morbiden Spielart des Blues, den Timber Timbre trotz des hallenden Kirchenraumes sehr klar transportieren.

Allerdings interpretiert die Band ihre Songs an vielen Stellen recht frei. Hits wie beispielsweise "Magic Arrow" erkennt jeder sofort, bei dem auf der neuen Platte "Hot Dreams" im obercoolen Film-Noir-Gewand daherkommenden "Curtains" fällt das schon schwerer. Die pointierte Orgel geht im Sound leider immer mal wieder etwas unter.

Dennoch sind Timber Timbre ein musikalisches Erlebnis, bei dem sogar eine Discokugel in einem Kirchenraum nicht deplatziert erscheint. Alle Karten sind allerdings nicht verkauft worden, die Kulturkirche war zu gut zwei Dritteln gefüllt. Gefehlt haben vielleicht die, die wussten, dass die Handys in der Tasche bleiben mussten.