BIOgramm im Contra-Kreis-Theater: Von Killern und fehlenden Lieblingen

BIOgramm im Contra-Kreis-Theater : Von Killern und fehlenden Lieblingen

Macken und Marotten waren Thema in Alfred Bioleks vierter Bonner Talkrunde. Alfred Biolek, Jochen Busse und Manfred Lütz tauschten sich im BIOgramm im Contra-Kreis-Theater mit den Autorinnen von "Des Wahnsinns fette Beute", Hella von Sinnen und Cornelia Scheel, über ihre kleineren und größeren Fehler aus.

Bioleks größte Macke sei es, keine Macke zu haben. "Er hat nicht mal ein Lieblings-", erzählt Cornelia Scheel. Er habe weder Lieblingsessen, noch Lieblingsurlaubsort. Jochen Busse outet sich als pingeliger Perfektionist. "Bei mir sieht es immer aus, als wäre die Putzfrau gerade da gewesen", verrät er.

Neben den Macken kommt auch jeder dazu, ein paar Anekdoten aus dem eigenen Leben zum Besten zu geben. So erzählt Cornelia Scheel von ihrem Leben als Adoptivtochter des Bundespräsidenten, die bis zu ihrem 16. Lebensjahr nur mit Begleitschutz aus dem Haus durfte. "Die Jungs haben sich nie getraut im Kino den Arm um mich zu legen", erinnert sie sich. Jochen Busse erzählt von seinen frühen Versuchen, kabarettistisch zu arbeiten.

"Ein junger Mann bekam damals keine lustigen Rollen", erinnert er sich. "Lustig war man erst, wenn man ein gewisses Schicksal hinter sich hatte." Stattdessen sei er immer für die Rolle des Killers engagiert worden. "Ich habe ständig Leute umgebracht."

Für viele Lacher sorgte der Psychotherapeut und Bestsellerautor Manfred Lütz. Wie schon in seinem Buch "Irre - Wir behandeln die Falschen" versucht er auf humorvolle Art, eine neue Sicht auf psychische Krankheiten zu geben. Jeder dritte Deutsche leide in seinem Leben mal an einer psychischen Krankheit und 90 Prozent der Patienten einer psychiatrischen Klinik könnten geheilt werden. "Ich finde Behinderung kann auch eine Fähigkeit sein", gibt er außerdem zu bedenken. Häufig finde man in Behinderten viel mehr Freude und Mitgefühl, als in "uns Normalopathen".